Wie entwickelt sich der Life Science Standort Mittelhessen?

Der VDI Mittelhessen und das Regionalmanagement Mittelhessen laden am 20. März 2025 auf die High-Tech Messe W3+ Fair in Wetzlar ein. Diskutieren Sie mit, über die Bedeutung der Schlüsselbranche Life Science für den Standort.

Das vollständige Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Healthcare-Storys
Professor Schäfer begrüßt die Gäste bei der Feier zum 10. Geburtstag
Das Zentrum für unerkannte und seltene Krankheiten am Universitätsklinikum in Marburg wird zehn Jahre alt und erhält einen Förderverein. Ministerpräsident Rhein lobt den „Ärzte-Klub der guten Hoffnung“, der von Mittelhessen-Botschafter Prof. Dr. Jürgen R. Schäfer nach dem Vorbild von Dr. House gegründet wurde.
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Übergewichtige Menschen mit Asthma unterscheiden sich auf molekularer Ebene von anderen Asthma-Patientinnen und -Patienten. Das hat eine Forschungsgruppe um Professor Dr. Holger Garn von der Philipps-Universität Marburg herausgefunden, indem sie Blutkomponenten verglich, die neue Einblicke in die Mechanismen von Asthma bei Übergewichtigen bieten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten im Fachblatt
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Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) erhält eine Zuwendung in Höhe von 4,8 Millionen Euro zur Schaffung des LOEWE-Schwerpunktes ADMIT. Gemeinsam mit den Partnern Philipps-Universität Marburg und Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) sowie weiteren Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland und den USA sollen neue bildgebende Verfahren für Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen entwickelt
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IBiNa e.V. im Rahmen der Veranstaltungsreihe „IBiNa vor Ort“ zu einem Besuch im neuen R&D Campus (Gebäude M600) bei CSL Behring Innovation. Die rund 70 Gäste erwartete ein spannender Vortrag zu den Plänen eines Innovation-Hub am Pharmastandort sowie ein hochinteressanter Rundgang durch das neue Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum auf dem Gelände
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Seit September 2022 wird nicht nur im neuen Verwaltungsgebäude, sondern auch im neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum von CSL Behring gearbeitet – und zwar ganz anders als vorher. Wir wollten wissen, was sich durch die „New Work“-Ansätze verändert hat, was neu ist und welche Vorteile und Herausforderungen die neue Arbeitskultur für
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Eine Gentherapie bietet Patienten mit einer genetischen Erkrankung Aussicht auf Heilung. 19 Gentherapien sind weltweit bereits zugelassen, mehr als 2.500 klinische Studien prüfen aktuell weitere Ansätze. Auch CSL Behring arbeitet auf diesem Gebiet, um Patienten mit schweren und seltenen Erkrankungen zu helfen.
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Professor Schäfer begrüßt die Gäste bei der Feier zum 10. Geburtstag

Das Zentrum für unerkannte und seltene Krankheiten am Universitätsklinikum in Marburg wird zehn Jahre alt und erhält Förderverein. Ministerpräsident Rhein lobt „Ärzte-Klub der guten Hoffnung“, der von Mittelhessen-Botschafter Prof. Dr. Jürgen R. Schäfer nach dem Vorbild von Dr. House gegründet wurde.

Professor Schäfer begrüßt die Gäste bei der Feier zum 10. Geburtstag

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat die Arbeit des Zentrums für unerkannte und seltene Erkrankungen in Marburg gelobt. „Seit zehn Jahren lösen die Expertinnen und Experten dort medizinische Rätsel. Sie stellen Diagnosen, auf die vorher keiner kam. Das Zentrum ermittelt in akribischer medizinischer Detektivarbeit komplizierte, seltene und manchmal auch spektakuläre Fälle. Seit dem Bestehen der Einrichtung haben sich rund 9.700 Menschen an das Zentrum gewandt, etwa 3.000 von ihnen konnten dank der Arbeit des Zentrums erfolgreich behandelt werden – das sind 3.000 Fälle erfüllter Hoffnung“, sagte Rhein aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Einrichtung in Marburg und der Gründungsfeier des Fördervereins für unerkannte und seltene Erkrankungen in Hessen (FUSE) und ergänzte: „Das ist eine eindrucksvolle Leistung. Das Zentrum ist ein Team hochengagierter und leidenschaftlicher Medizinerinnen und Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen. Es ist für mich der Ärzte-Klub der guten Hoffnung.“

Der Regierungschef hob das große Engagement der Medizinerinnen und Mediziner hervor. Dadurch kämen sie oft dem zu Grunde liegenden Problem auf die Schliche. „Sie verlassen gewohntes Terrain und gehen neue Wege. Sie tauchen tief ein in die Leidensgeschichte der Patientin. Sie helfen und kümmern sich, und sie geben eines der kostbarsten Güter in der Medizin: Zeit.“

Rhein verwies auf die Arbeit der Hessischen Landesregierung für den Gesundheitsstandort Hessen. Auch das Land setze sich mit großem Engagement für eine gute gesundheitliche Versorgung ein. Die Landesregierung stärke den Gesundheitsstandort Hessen mit Milliardeninvestitionen – unter anderem durch den Hochschulpakt und die Exzellenzinitiative LOEWE – und tausche sich regelmäßig in der Initiative Gesundheitsindustrie Hessen mit Akteuren der hessischen Gesundheitsindustrie, des Landesbezirks Hessen/Thüringen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sowie Vertretern aus Wissenschaft und Forschung über die Rahmenbedingungen aus. „Wir prüfen immer wieder aufs Neue, an welchen Stellschrauben wir drehen, damit Hessen ein Top-Gesundheitsstandort bleibt.“

Die Schirmherrin des Fördervereins für unerkannte und seltene Erkrankungen in Hessen (FUSE), Tanja Raab-Rhein, bezeichnete die Arbeit des Ärzteteams als „Licht am Ende des Tunnels für die Betroffenen“. Mit dem Förderverein, der beim Frankfurter Referenzzentrum für seltene Erkrankungen am Uniklinikum Frankfurt angesiedelt ist und von den Universitätskliniken Frankfurt und Gießen-Marburg initiiert wurde, könne man Erkrankte und deren Angehörige auf ihrem Weg zu einer adäquaten medizinischen Versorgung unterstützen, erläuterte die Frau des Ministerpräsidenten. „Ziel des Fördervereis ist es, das Bewusstsein für seltene Erkrankungen in der Öffentlichkeit zu stärken. Wir wollen Menschen, die unter diesen Erkrankungen leiden, Perspektiven für eine lebenswertere Zukunft geben.“

Marburger Forschungsteam klärt Zusammenhang zwischen Entzündungsprozessen in der Lunge und Adipositas auf

Credit: iStock - ktsimage

Übergewichtige Menschen mit Asthma unterscheiden sich auf molekularer Ebene von anderen Asthma-Patientinnen und -Patienten. Das hat eine Forschungsgruppe um Professor Dr. Holger Garn von der Philipps-Universität Marburg herausgefunden, indem sie Blutkomponenten verglich, die neue Einblicke in die Mechanismen von Asthma bei Übergewichtigen bieten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten im Fachblatt „Allergy“ über ihre Ergebnisse. 

„Patientinnen und Patienten mit Übergewicht entwickeln häufig eine spezielle Art von Asthma, die sich von anderen Asthma-Formen hinsichtlich der zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen unterscheidet“, erklärt Holger Garn, der die Forschungsarbeit leitete. „Das wirkt sich auch auf die Behandlungsaussichten aus.“ Der Zusammenhang zwischen entzündlichem Fettgewebe bei Übergewicht und den Entzündungsprozessen in der Lunge bei Asthma sei bislang jedoch noch weitgehend unbekannt. 

Um diese Forschungslücke zu schließen, tat sich Garn mit Kolleginnen und Kollegen aus Marburg und zahlreichen weiteren Forschungsstandorten zusammen, von denen viele dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung angehören. Das Team nahm Bestandteile des Blutes unter die Lupe, sogenannte extrazelluläre Vesikel, die als kleine Transportstrukturen unter anderem kurze RNA-Moleküle enthalten; so tragen sie zum Informationsaustausch zwischen verschiedenen Zellen und Geweben bei. „Aufgrund ihrer vielfältigen zellulären Quellen bieten diese Vesikel wichtige Informationen über Gesundheits- und Krankheitszustände“, erläutert Garn.

„Wir konnten nun erstmals zeigen, dass die Zusammensetzung der Mikro-RNAs in diesen Vesikeln sich unterscheidet, je nachdem, ob sie von Asthmatikern mit Übergewicht, von anderen Personen mit Asthma oder von Gesunden stammen“, berichtet Garns früherer Mitarbeiter Dr. Fahd Alhamdan, einer der Leitautoren des Fachaufsatzes. 

Insbesondere für zwei Familien dieser Mikro-RNAs zeigte das Team, dass ihr Auftreten im Blut mit einer Asthma-Erkrankung einhergeht. „Wir haben somit einen Zusammenhang der entzündlichen Prozesse von zwei bedeutsamen Zivilisationserkrankungen aufgeklärt: Übergewicht und Asthma“, fasst Garn zusammen. 

Professor Dr. Holger Garn ist Leiter der Translationalen Entzündungsforschung und Core Facility für Single Cell Multiomics am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg. Erstautor Dr. Fahd Alhamdan führte als Doktorand in Garns Arbeitsgruppe die wichtigsten Experimente zur vorliegenden Veröffentlichung durch und arbeitet mittlerweile als Postdoktorand an der Harvard University in Boston/USA. 

Neben Garns Arbeitsgruppe beteiligten sich zahlreiche weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Marburger Hochschulmedizin, vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein am Campus Kiel und von den Universitäten Graz sowie Paris-Saclay an der Forschungsarbeit. Der Deutsche Akademische Austauschdienst, das Deutsche Zentrum für Lungenforschung und das Hessische Wissenschaftsministerium förderten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finanziell.

Originalveröffentlichung: Fahd Alhamdan & al.: Identification of extracellular vesicle microRNA signatures specifically linked to inflammatory and metabolic mechanisms in obesity-associated low type-2 asthma, Allergy 2023, DOI.

Weitere Informationen: 

Ansprechpartner: Professor Dr. Holger Garn, Forschungsbereich für Translationale Entzündungsforschung & Core Facility für Single Cell Multiomics. Homepage 

LOEWE-Schwerpunkt ADMIT erhält 4,8 Millionen Euro Förderung

Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) erhält eine Zuwendung in Höhe von 4,8 Millionen Euro zur Schaffung des LOEWE-Schwerpunktes ADMIT. Gemeinsam mit den Partnern Philipps-Universität Marburg  und Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) sowie weiteren Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus Deutschland und den USA sollen neue bildgebende Verfahren für Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen entwickelt und angewandt werden. Wissenschaftlicher Koordinator ist Prof. Dr. Boris Keil vom Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz am Fachbereich Life Science Engineering der THM sowie stellvertretend Prof. Dr. Susanne Knake vom Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg und stellvertretende Direktorin der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Gießen-Marburg.

Die am Projekt ADMIT Beteiligten freuen sich, als anerkannter LOEWE-Schwerpunkt unter der Leitung von Prof. Dr. Boris Keil (2. v.r.) an neuen bildgebenden Verfahren zur Krebsdiagnostik forschen zu können.

LOEWE ist das hessische Programm zur Förderung von Spitzenforschung. Die Abkürzung steht für Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz. Das bewilligte Projekt „Advanced Medical Physics in Imaging and Therapy“ (ADMIT) ist Teil der 16. Förderstaffel und hat einen Projektzeitraum von Januar 2024 bis Dezember 2027. Neben Keil und Knake sind vor allem Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Klemens Zink (Fachbereich LSE und Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum MIT) und Prof. Dr. Martin Fiebich (Fachbereich LSE) von der THM, vom Fachbereich Medizin der Philipps-Universität um Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic (Gastprofessorin, ehemalige Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und des MIT), Prof. Dr. Sebastian Adeberg (Direktorin der Klinik für Strahlentherapie am UKGM, MIT), Prof. Dr. Andreas Mahnken (Direktor der Klinik für Radiologie am UKGM) sowie von der JLU um Prof. Dr. Kai-Thomas Brinkmann vom II. Physikalischen Institut beteiligt.

Krebs und neurodegenerative Krankheiten sind eine große gesellschaftliche Herausforderung. Die Weltgesundheitsorganisation prognostiziert einen stetigen Anstieg der Krankheitsbilder, die in den Industrieländern die häufigsten Todesursachen zu werden drohen. Zur Diagnostik werden schon heute meist bildgebende Verfahren eingesetzt. Etwa jeder zweite Krebspatient wird im Krankheitsverlauf mit einer Strahlentherapie behandelt. Daher besteht ein großer Bedarf in Forschung und Entwicklung im Bereich der Diagnostik und der Therapie, um neue Anwendungen grundlegend zu erforschen und neue wissenschaftliche Lösungen schnell in die klinische Anwendung zum Nutzen der Patienten umzusetzen.

„Der Kerngedanke des Projektes ADMIT ist, dass durch die Entwicklung neuer medizinphysikalischer Methoden die bildgesteuerte Therapie verbessert und in einigen Bereichen neu ergründet werden kann“
Prof. Boris Keil
Koordinator ADMIT

„Der Kerngedanke des Projektes ADMIT ist, dass durch die Entwicklung neuer medizinphysikalischer Methoden die bildgesteuerte Therapie verbessert und in einigen Bereichen neu ergründet werden kann“, erklärt Koordinator Prof. Boris Keil. Vornehmlich in den Gebieten Radiologie, Onkologie und Neurologie soll in den synergetischen Bereichen der Datenverarbeitung, Bildgebung und Therapie eine Integration und Umsetzung neuartiger wissenschaftlich tragfähiger Ansätze erfolgen. Er freue sich über die deutliche Förderung und auf den offiziellen Projektstart im Januar in einem schon jetzt eingespielten, institutionsübergreifenden Team.

Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der THM, wertet die Entscheidung für das von seinem Hause geleitete Projekt als Zeichen der Forschungsstärke von Hochschulen für angewandte Wissenschaften. „Es sind vier bedeutende Projekte, die in dieser Förderlinie ausgewählt wurden, und wir können stolz sein, dank außerordentlichen Engagements aller Beteiligten dazuzugehören“, so Willems. „Durch den Forschungsschwerpunkt ADMIT werden in Hessen international sichtbare, kompetitive und gesellschaftlich höchst relevante, anwendungsnahe Forschungsarbeiten gebündelt und nachhaltig gesichert.” Das Projekt werde zudem, so seine Hoffnung, langfristig zu einer besseren Diagnostik von oftmals schwer verlaufenden Krankheiten führen. „Es hat also einen ganz unmittelbaren Patientennutzen“, lobt der Präsident.

Veranstaltungsreihe „IBiNa vor Ort“ bei CSL Behring Innovation

Für den 11.7.2023 hatte die Initiative Biotechnologie und Nanotechnologie (IBiNa e.V.)  im Rahmen der Veranstaltungsreihe „IBiNa vor Ort“ zu einem Besuch im neuen R&D Campus (Gebäude M600) bei CSL Behring Innovation eingeladen. Die rund 70 Gäste erwartete ein spannender Vortrag zu den Plänen eines Innovation-Hub am Pharmastandort sowie ein hochinteressanter Rundgang durch das neue Forschungs- und Entwicklungs-Zentrum auf dem Gelände des Marburger Industrieparks Görzhausen.

Den vollständigen Bericht können der IBiNa-Website lesen

Eindrücke von der Veranstaltung

„New Work“ im neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum von CSL Behring

Seit September 2022 wird nicht nur im neuen Verwaltungsgebäude, sondern auch im neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum von CSL Behring gearbeitet – und zwar ganz anders als vorher. Wir wollten wissen, was sich durch die „New Work“-Ansätze verändert hat, was neu ist und welche Vorteile und Herausforderungen die neue Arbeitskultur für die Forschung und Entwicklung in Marburg und allgemein für CSL Behring bringt.

Forschungs- und Entwicklungszentrum M600

Menschen arbeiten heute viel dynamischer und in unterschiedlicheren Settings als noch vor ein paar Jahren: Es entstehen Teams in unterschiedlichen Zusammensetzungen und mit wechselnden Aufgaben, man arbeitet im Homeoffice oder mobil, braucht kleine, stille Räume zum Konzentrieren oder Platz, um sich mit vielen anderen auszutauschen. Darauf sind das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum M600 und das neue Verwaltungsgebäude M540 von CSL Behring perfekt angepasst. Die neuen Räumlichkeiten mit ihren Aufteilungen in verschiedene Zonen bieten Mitarbeitenden die Möglichkeit, gemeinsam und interaktiver an zukunftsweisenden Projekten für die Gesundheit von Patienten zu arbeiten.

Dr. Susanne Marx ist promovierte Apothekerin und Business Coach bei CSL. Sie selbst hat die Umsetzung der sogenannten „New Work“-Ansätze im neuen Verwaltungsgebäude in Marburg begleitet. „Ich war und bin dafür verantwortlich, dass sich alle Menschen am Standort wohlfühlen und ihr Arbeitsplatz ein Ort wird, an dem sie gerne und gesund arbeiten.“

Früher gab es beispielsweise zwei F&E-Standorte, und die Mitarbeitenden mussten teilweise lange Wege zurücklegen. „Im neuen, fast 40.000 Quadratmeter großen F&E-Campus kommen jetzt alle zusammen“, erklärt Marx. „Das war ein wesentliches Ziel, um am Standort effektiver, effizienter und auch näher zusammenzuarbeiten. Das ermöglicht eine innovative Kreativität, ohne dass weite Wege das Zusammenarbeiten behindern.“

Der Campus umfasst 7.000 Quadratmeter Laborfläche, 7.000 Quadratmeter Arbeitsfläche, 800 Quadratmeter Fläche für Start-ups aus der Region und bietet Platz für rund 500 CSL-Mitarbeitende aus Forschung und Entwicklung sowie für akademische und weitere Kooperationspartner.

Was hinter „Shared Desk“ und „Activity based working“ steckt

Beide New-Work-Gebäude sind so aufgebaut, dass sie Raum für unterschiedliche Settings und Arbeitsplatzformate lassen. „Manchmal braucht man eine große, agile Arbeitsfläche für ein Projektteam. Manchmal muss man vielleicht fokussiert und zurückgezogen an einem Qualitätsbericht arbeiten. Und an einem anderen Tag brauche ich vielleicht die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre zu diskutieren und mich kreativ auszutauschen. Die neuen Gebäude bieten das alles“, erklärt Marx.

Auch der Einfluss der Arbeitsumgebung und der Architektur auf Wohlbefinden, Kreativität und Innovationsfähigkeit der Mitarbeitenden sei nicht zu unterschätzen, ergänzt Dr. Ing. Jasmine Roth. Sie ist Laborleiterin in der Prozessentwicklung für rekombinante Produkte bei CSL Behring. „Früher waren alle mehr für sich und abgetrennt. Davon wollte man sich verabschieden und stattdessen mit einer neuen Architektur aufwarten, die dank vieler Glasfronten lichtdurchflutet und freundlich ist. Als weiteres wichtiges Element wurden Laborbereiche zusammengelegt und können nun auch gemeinsam genutzt werden.“ Statt fester Büroarbeitsplätze gilt nun das Prinzip des „Shared Desk“ und des „Activity based working“.

„Shared Desk bedeutet in unserem Fall, dass sich die Mitarbeitenden jeden Tag einen Schreibtisch genau dort buchen, wo sie gut zum Arbeiten kommen. Zum Beispiel in der Nähe von bestimmten KollegInnen oder Laboren. Das bietet eine hohe Flexibilität für die Zusammenarbeit“, erläutert Marx. Das Prinzip der „Worked based Activity“-Plätze erkennt den Ansatz an, dass Menschen während ihres Jobs unterschiedliche Aktivitäten ausführen und dafür eigentlich auch eine Vielzahl von Arbeitsumgebungen benötigen, um effektiv arbeiten zu können. „Natürlich braucht man, um so eine Atmosphäre zu schaffen, auch die passenden technischen Lösungen, also entsprechende Stühle, Tische und Monitore, die jeder individuell einstellen kann und die auch Teams weiter dabei unterstützen, effektiv zusammenzuarbeiten. Der Ansatz schafft mehr Freiheiten für den Einzelnen. Und jeder kann mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen, weil er seinen Arbeitstag gestalten kann“, ergänzt Roth.

Change Management begleitet den Arbeitswandel

Natürlich gab es auch Bedenken vor der Umstellung. „Plötzlich gibt es keine kleinen, abgeschotteten Büros mehr und die Möglichkeit, die Tür zu schließen. Man fühlt sich einer völlig neuen sozialen Kontrolle ausgesetzt, hat vielleicht Angst vor dem lauten Großraumbüro“, sagt Marx. „Um den Wechsel dieser Arbeitsumgebung für alle Mitarbeitenden möglichst einfach zu gestalten, haben wir den Prozess mit unserem Change Management begleitet. Das bedeutet, wir schauen genau hin: Was war das Alte, was ist das Neue? Was ist die Veränderung und was brauchen die unterschiedlichen Menschen, um gut begleitet zu werden und dann letztendlich gut ankommen zu können?“ Das Ankommen im neuen F&E Campus und dem neuen Verwaltungsgebäude wird auch weiterhin unterstützt, die Räumlichkeiten werden immer noch optimiert und den Anforderungen angepasst.

„Im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass wir ein Haus der Begegnung geschaffen haben. Die Menschen kommen gerne. Jetzt müssen wir das Haus noch vollständig für uns erobern – mit all den Möglichkeiten, die es bietet. Daran arbeiten wir gerade noch“, fasst Marx zusammen.

Der F&E Campus erhöht die Attraktivität des Standorts

Insgesamt hat der neue Campus dem Forschungsstandort Marburg im Allgemeinen und, wie auch das neue Verwaltungsgebäude, CSL Behring im Speziellen in vielerlei Hinsicht gut getan, ist Jasmine Roth überzeugt: „CSL sendet damit ein positives Signal und auch ein Bekenntnis für die Region. Vorhandene lokale Strukturen werden gefördert und mit altbekannten Traditionen und neuen Innovationen kombiniert.“ Das bietet die besten Voraussetzungen für Spitzenforschung made in Hessen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit regionalen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Hören Sie das vollständige Interview mit Dr.-Ing. Jasmine Roth und Dr. Susanne Marx im Podcast

Gentherapie setzt an der Ursache an

Marburg. Eine Gentherapie bietet Patienten mit einer genetischen Erkrankung Aussicht auf Heilung. 19 Gentherapien sind weltweit bereits zugelassen, mehr als 2.500 klinische Studien prüfen aktuell weitere Ansätze. Auch CSL Behring arbeitet auf diesem Gebiet, um Patienten mit schweren und seltenen Erkrankungen zu helfen.

Ärzte möchten Menschen helfen, das Leben ihrer Patienten verbessern oder diese im besten Fall sogar heilen. Doch bisweilen stößt die Medizin an ihre Grenzen. Ärzte sitzen ihren Patienten hilflos gegenüber, weil sie die Ursache ihrer Erkrankung kennen, aber kein Mittel dafür parat haben. “Genau hier setzt die Gentherapie an”, sagt Vicky Pirzas, Geschäftsführerin CSL Behring Innovation GmbH und Vice President, Recombinant Product Development bei CSL. Bei vielen Erkrankungen ist die genetische Ursache bekannt, der Pathomechanismus womöglich bis auf molekularer Ebene entschlüsselt. Aber bislang gibt es für die Patienten keine Therapie, kein Medikament. Einzig ihre Symptome können bekämpft werden.

“Da bereits seit mehr als 50 Jahren an Gentherapien geforscht wird, können Patienten auf eine potenzielle Heilung hoffen”
Vicky Pirzas
Geschäftsführerin CSL Behring Innovation GmbH und Vice President, Recombinant Product Development bei CSL

Eine Gentherapie setzt an der Wurzel einer genetischen Erkrankung an, indem eine korrigierte Version eines defekten Gens in die Zellen des Patienten eingeführt wird, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Forscher können zum Beispiel ein therapeutisches Gen in das Erbgut einbringen, ein defektes Gen ausschalten oder dessen Funktion verändern . “Da bereits seit mehr als 50 Jahren an Gentherapien geforscht wird, können Patienten auf eine potenzielle Heilung hoffen”, sagt Pirzas. Eine – in der Regel einmalige – intravenöse Infusion zeigt langanhaltende Wirkung, auch wenn bei manchen Methoden das künstlich integrierte Gen auf Dauer doch wieder verloren gehen kann. “Langzeitstudien laufen und werden nach unserem Wissen – unter anderem zur Wirkdauer – erweitern”, so Pirzas weiter. Wichtig zu wissen sei außerdem: Die genetischen Veränderungen betreffen nicht die Keimbahn und können daher auch nicht auf nachfolgende Generationen vererbt werden.

Jede genetische Erkrankung braucht ihre spezifische Gentherapie

Jede Gentherapie ist spezifisch für die Erkrankung, für die sie entwickelt wurde. Deshalb gibt es nicht die eine Gentherapie für alle. Stattdessen wenden die Wissenschaftler jeweils die Strategie an, die am ehesten erfolgversprechend scheint, je nachdem, welche Gene eine Erkrankung verursachen und welche Körperzellen betroffen sind. Der Gentransfer erfolgt entweder in vivo oder ex vivo mittels (viraler) Vektoren. Bei der in vivo Methode gelangt das Gen zwar in den Zellkern, wird aber nicht in das Erbgut integriert. Die Zelle beginnt trotzdem, die Eiweißmoleküle gemäß dem neuen Bauplan (Transgen) zu produzieren. Sie verhält sich nun so, als hätte sie die genetische Erkrankung nicht. Bei der ex vivo Methode wird das neue Gen hingegen zunächst außerhalb des Körpers in das Erbgut der Zellen eines Patienten stabil integriert. Die Zellen werden zuvor entnommen und anschließend wieder infundiert, so dass die Ausprägung der Krankheit im Wesentlichen beseitigt ist.

Die verschiedenen Ansätze der Gentherapie nutzen auch unterschiedliche Vektoren für den Gentransfer. “Die gängigsten Vektoren sind Adeno-assoziierte virale (AAV) Vektoren, Adenoviren und Lentiviren”, erklärt Holger Laux, Director, Viral Vector Process Development bei CSL. Viren werden deshalb so gern als Vektoren genutzt, weil diese Dank ihrer Hülle in Zellen eindringen und ihnen ihr Erbgut einschleusen können. “Wir haben die Viren so verändert, dass sie sich nicht mehr vermehren und ausbreiten können, also nicht mehr infektiös sind”, sagt Laux. Das Virus-Erbgut ist weitgehend entfernt und durch das therapeutische Gen ersetzt. Das Virus dient lediglich noch als Transporter für den Bauplan.

“AAV-Vektoren sind die derzeit am häufigsten für einen in-vivo-Gentransfer verwendeten Vektoren”, erklärt Laux. Vorteil sei, dass sie beim Immunsystem vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erregten. Die zahlreichen AAV Serotypen erlauben die Einschleusung des therapeutischen Gens in praktisch allen Gewebetypen. Die AAV-Vektoren schleusen das Gen nur in die Zelle ein, integrieren es aber nicht ins Erbgut. Daher geht das Gen bei der nächsten Zellteilung wieder verloren, weshalb das Ziel in erster Linie Gewebe ist, deren Zellen sich nicht mehr oft teilen. “Auch ist der Platz in ihnen sehr beschränkt, weshalb sie in der Regel nur bei genetischen Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen die defekten Gene klein sind”, schildert Laux auch den Nachteil der AAV-Vektoren. Adenoviren hingegen können laut Laux auch größere Transgene aufnehmen und das auch in viele unterschiedliche Arten von Zielzellen, aber: “Diese Vektoren lösen starke Immunantworten aus und sind deshalb weniger effektiv als AAVs.” Werden modifizierte Lentiviren als Vektoren genutzt, bleibt das Transgen funktionstüchtig auch in sich teilenden Zellen – und außerdem fällt die Immunantwort gering aus. Die Transgene bleiben lebenslang stabil, die Wirkung der Therapien hält fast unbegrenzt an. Lentiviren werden in erster Linie bei Zellen eingesetzt, die leicht aufgereinigt und dann wieder transplantiert werden können. “In erster Linie sind dies Blutzellen, und die Behandlung von Immunschwächen und die Bekämpfung von Krebs stehen hier im Vordergrund”, erklärt Laux. Auch hier muss also spezifisch die jeweils passende Methode ausgewählt und in klinischen Studien überprüft werden.

Weltweit zugelassene Gentherapien
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Von den weltweit bereits 19 zugelassenen Gentherapien sind drei AAV-basiert. Mehr als 10.000 Patienten wurden bereits mit verschiedenen Gentherapieprodukten behandelt. Die laufenden mehr als 2.500 klinischen Studien werden das Wissen und die Erfahrung über Gentherapien stets erweitern und Innovationen für Patienten mit seltenen und schweren Erkrankungen ermöglichen. Forscher von CSL Behring arbeiten dafür weltweit mit Wissenschaftlern an Spitzentechnologien, um medizinischen Fortschritt zu ermöglichen.

Dabei geht es vor allem um das Gene Editing, also wie die genetische Modifikation möglichst gezielt und kontrolliert durchgeführt werden kann. Denn das erhöht die Sicherheit und Wirksamkeit dieser neuen Methoden für die Patienten. “Es wurden neue Verfahren wie CRISPR entwickelt, die mit chirurgischer Präzision direkt am Genom ansetzen. Diese Nukleasen schneiden das Erbgut an genau definierten Stellen und bauen präzise die gewünschten Basensequenzen ein. Versuche haben gezeigt, dass fehlerhafte Genabschnitte, wie sie auch bei menschlichen Erbkrankheiten auftreten, durch das Editieren von Genen entfernt und die entsprechenden Krankheitsbilder behandelt werden können. Die Methode könnte daher gut geeignet sein zum Beispiel Erbkrankheiten behandeln zu können, bei denen ein oder mehrere Gene nicht richtig funktionieren”, erklärt Pirzas. CRISPR ist ein flexibles Werkzeug, mit dem verschiedene Bakterien Schäden an ihrer eigenen DNA beheben. Dabei werden Fehler erkannt und die entsprechenden Regionen repariert. Zwar sind noch keine Produkte für die kommerzielle therapeutische Anwendung zugelassen, die Methode wurde aber in klinischen Studien bereits an mehr als 100 Patienten zur Behandlung von Erkrankungen getestet und die erste CRISPR-Therapie wurde bei der amerikanischen FDA zur Zulassung eingereicht. Auch CSL Behring möchte laut Pirzas auf diesem Gebiet vorankommen: “Wir forschen hier an Innovationen, die auf das Wohlergehen von Patienten ausgerichtet sind.” Anfang dieses Jahres wurde eine vektorbasierte Gentherapie (AAV), die von CSL Behring in einer klinischen Phase-3-Studie getestet wurde, von der Europäischen Kommission genehmigt.

Zugelassene Gentherapien

Die erste Therapie mittels In-vivo-Gentransfer wurde 2012 in Europa zugelassen. In vivo-Gentransfer ist beispielsweise bei der Leberschen kongenitalen Amaurose (eine bestimmte Netzhautdystrophie) oder der spinalen Muskelatrophie zugelassen. Der erste Ex-vivo-Gentransfer wurde 2016 in der Europäischen Union zugelassen. Dieser Ansatz wird bei zahlreichen zugelassenen Gentherapien genutzt. Beispielsweise bei solchen zur Therapie des schwarzen Hautkrebses (Melanom), der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und der ß-Thalassämie.