Wie entwickelt sich der Life Science Standort Mittelhessen?

Der VDI Mittelhessen und das Regionalmanagement Mittelhessen laden am 20. März 2025 auf die High-Tech Messe W3+ Fair in Wetzlar ein. Diskutieren Sie mit, über die Bedeutung der Schlüsselbranche Life Science für den Standort.

Das vollständige Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Healthcare-Storys
Marburg/Gießen. 13 junge Talente, die in Marburg und Gießen Medizin studieren, werden in diesem Jahr mit Stipendien der Von Behring-Röntgen-Stiftung gefördert. Die Vergabe der Förderurkunden erfolgte am Montag, den 30. Januar 2023, bei einem feierlichen Empfang im Rektorenzimmer der Justus-Liebig-Universität Gießen.
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Die größte Herausforderung bei der Therapie der sogenannten „Seltenen Erkrankungen“ ist ihre Anzahl: Jedes einzelne der vielen unterschiedlichen Krankheitsbilder benötigt eine andere Behandlung. Diese hilft dann jeweils nur wenigen Menschen. CSL Behring entwickelt für solche seltenen Erkrankungen unter anderem Medikamenten, die aus Blutplasma gewonnen werden.
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Krebspatienten in Hessen können auf die bestmögliche medizinische Versorgung vertrauen: Die Stiftung Deutsche Krebshilfe hat das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt-Marburg als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet.
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Es gibt Situationen, in denen es auf jeden Handgriff ankommt. Medizinische Notfälle gehören definitiv dazu. Gerade beim Sport kann es schnell zu Verletzungen kommen. Das weiß auch das hessische Medizintechnikunternehmen CRS medical, ein starker Unterstützer regionaler Sportvereine – und hat daher speziell für den Einsatz am Spielfeldrand den CRS ResQ
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Marburg / Gießen. Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigsten Todesursachen; auch die Zahl schwerer psychischer Erkrankungen ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Für all diese Erkrankungen werden dringend neue Behandlungsmöglichkeiten benötigt. Mit über 700.000 Euro fördert die von Behring-Röntgen-Stiftung vier Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Philipps-Universität Marburg und der
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Der Pharmamarkt ist im Wandel: Steigender Zeitdruck bei der Einführung neuer Wirkstoffe und Start-ups, die mit neuen Ideen in den Markt drängen, sind nur zwei der Faktoren, die das Wettbewerbsgeschehen und die Geschwindigkeit neuer Entwicklungen antreiben. Auch wenn die Corona-Pandemie eindrucksvoll gezeigt hat, wie schnell die Entwicklung von Vakzinen möglich
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13 neue Stipendien für Marburger und Gießener Medizinstudierende

Herausragende Talente erhalten Förderung der Von Behring-Röntgen-Stiftung

Marburg/Gießen. 13 junge Talente, die in Marburg und Gießen Medizin studieren, werden in diesem Jahr mit Stipendien der Von Behring-Röntgen-Stiftung gefördert. Die Vergabe der Förderurkunden erfolgte am Montag, den 30. Januar 2023, bei einem feierlichen Empfang im Rektorenzimmer der Justus-Liebig-Universität Gießen. Mehr als 40 Gäste, darunter Freunde und Angehörige sowie Absolventen und Förderer, waren der Einladung der Von Behring-Röntgen-Stiftung gefolgt, um die jüngsten Stipendiatinnen und Stipendiaten zu beglückwünschen.

Die jüngsten Stipendiatinnen und Stipendiaten der Von Behring-Röntgen-Stiftung im Kreis ihrer Förderer (v.l.n.r.): Jan-Bernhard Kordaß, Luca Wienkoop, Maxim Alexander Traiße, Zora Eileen Rabeneck, Michelle Isabell Arnold, Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele Krombach, Christina Theis, Vizepräsident Prof. Dr. Roland Lill, Xenia Epp, Laura Dreier, Max Rockenzahn, Maja Kathleen Schäckel, Julia Gemmer, Jasmin Zafar und Präsident Dr. Lars Witteck.

Fotocredit: Christian Stein

Jeweils ein Stipendium für Abiturbeste erhalten Laura Dreier, Christina Theis und Michelle Isabell Arnold, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen studieren sowie Julia Gemmer, Xenia Epp und Maxim Alexander Traiße, die ihr Medizinstudium im Wintersemester an der Philipps-Universität Marburg aufgenommen haben. Eine Sonderförderung erhält die Marburgerin Maja Kathleen Schäckel, die mit einem Netter-Stipendium ausgezeichnet wurde, das erstmalig zum Dank für das langjährige Engagement des Stifterehepaars Prof. Dr. Karl Joachim und Prof. Dr. Dr. Petra Netter vergeben wird. Die Stipendien werden für zwei Jahre mit 500 Euro pro Semester bewilligt.
Ausgezeichnete Marburger und Gießener Abiturbeste (v.l.n.r.):
Maxim Alexander Traiße, Michelle Isabell Arnold, Christina Theis, Xenia Epp, Laura Dreier, Netter-Stipendiatin Maja Kathleen Schäckel sowie Julia Gemmer.

Fotocredit: Christian Stein

Bei der Auswahl der aus Hessen stammenden Kandidatinnen und Kandidaten spielten nicht nur sehr gute Noten, sondern auch besondere Erfolge und Auszeichnungen, ehrenamtliches, gesellschaftliches und politisches Engagement sowie besondere persönliche oder familiäre Umstände eine Rolle. Neben der erfolgreichen Teilnahme an verschiedenen hessischen Schulwettbewerben im naturwissenschaftlichen Bereich, haben die Stipendiatinnen und Stipendiaten durch Praktika bereits während ihrer Schulzeit Einblicke in ihr späteres Berufsfeld gewonnen.

Sechs weitere Medizinstudierende kommen durch die Unterstützung der Von Behring-Röntgen-Stiftung für ein Jahr in den Genuss eines Deutschlandstipendiums. Über eine Förderung in Höhe von 300 Euro pro Monat können sich Zora Eileen Rabeneck, Max Rockenzahn, Jasmin Zafar aus Gießen sowie Haifa Meskeh, Jan-Bernhard Kordaß und Luca Wienkoop aus Marburg freuen. Das Stipendium richtet sich an Studierende mit außerordentlichen universitären Leistungen, die sich darüber hinaus gesellschaftlich engagieren oder Hürden auf ihrem Lebensweg überwinden mussten. Die Hälfte der Stipendiensumme wird von der Von Behring-Röntgen-Stiftung übernommen, die andere Hälfe vom Bundesministerium für Forschung und Bildung.

Insgesamt hat die Von Behring-Röntgen-Stiftung seit Auflage ihres Stipendienprogramms im Jahr 2011 über 120 Stipendien vergeben.

Bewerbungen bis Ende Oktober

In diesem Jahr haben interessierte Abiturienten aus Hessen, die in Gießen oder Marburg Medizin studieren wollen, bis zum 31. Oktober 2023 Gelegenheit, sich bei der Von Behring-Röntgen-Stiftung um ein Stipendium für Abiturbeste zu bewerben. Vorausgesetzt wird, dass die Bewerberin oder der Bewerber zu diesem Zeitpunkt an der Justus-Liebig-Universität Gießen oder der Philipps-Universität Marburg immatrikuliert ist.
Eine Bewerbung für das Deutschlandstipendium ist direkt bei den Universitäten möglich.

Hintergrund:

Die im Marburger Landgrafenschloss ansässige Von Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Hochschulmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg errichtet. Mit ihrem Stiftungskapital in Höhe von 100 Millionen Euro gehört sie zu den größten Medizinstiftungen in Deutschland. Gegründet wurde sie im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006 mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu sichern und zu entwickeln. Dem Stiftungsvorstand gehören als Präsident der ehemalige Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und als Vizepräsidenten die Gießener Radiologin Prof. Dr. Gabriele Krombach und der Marburger Biochemiker und Zellforscher Prof. Dr. Roland Lill an.

Weitere Informationen zur Stiftung unter www.br-stiftung.de.

Selten ist gar nicht so selten

Die größte Herausforderung bei der Therapie der sogenannten „Seltenen Erkrankungen“ ist ihre Anzahl: Jedes einzelne der vielen unterschiedlichen Krankheitsbilder benötigt eine andere Behandlung. Diese hilft dann jeweils nur wenigen Menschen. CSL Behring entwickelt für solche seltenen Erkrankungen unter anderem Medikamenten, die aus Blutplasma gewonnen werden. Mit ihnen konnte auch den Zwillingsschwestern Jutta und Karin geholfen werden.

Quelle: https://www.cslbehring.de/patienten/erkrankungen/hereditares-angioodem

In der Europäischen Union gilt eine Erkrankung als selten, wenn fünf von 10.000 Menschen oder weniger von ihr betroffen sind. Das klingt wenig, doch da es knapp 7.000 verschiedene seltene Erkrankungen gibt, ist die Gesamtzahl der Betroffenen hoch. Immundefekte, neurologische und endokrinologische Defekte machen einen Großteil dieser Erkrankungen aus. Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa vier Millionen Menschen mit einer seltenen Erkrankung, in der gesamten EU geht man von 30 Millionen Menschen aus.
Forschern zufolge entspricht die Zahl der Menschen, die mit einer seltenen Krankheit leben, vier Prozent der Weltbevölkerung: ihre Ergebnisse haben sie im European Journal of Human Genetics publiziert. Etwa 80 % der Krankheiten sind genetisch bedingt oder mitbedingt, selten sind sie heilbar.

Zu den genetisch bedingten seltenen Erkrankungen gehört auch das hereditäre Angioödem (HAE). Die Krankheit verursacht mitunter schmerzhafte Schwellungsattacken in verschiedenen Körperbereichen wie Gesicht, Armen, Beinen, Händen, Genitalien und im Bauch. Auch im Bereich der oberen Atemwege, vor allem des Kehlkopfs, können die Schwellungen auftreten und sind dann lebensbedrohlich. Je nach Schwere der Erkrankung leiden die Betroffenen alle paar Wochen unter Attacken oder leben mehrere Monate lang beschwerdefrei.

Allergie? Rheuma? Oder HAE?

Die Zwillingsschwestern Jutta und Karin leben mit dem HAE. Bei ihnen traten die ersten Schwellungen und Bauchattacken im Alter von etwa zehn Jahren auf. Es dauerte jedoch weitere acht Jahre, bis HAE letztendlich diagnostiziert wurde, und damit weit länger als die üblichen durchschnittlich fünf Jahre, bis die Diagnose „Seltene Erkrankung” gestellt wird. „Das war eine sehr harte Zeit“, erinnern sie sich heute.

Zunächst waren ihre Ärzte von Rheuma ausgegangen, und häufig wird HAE auch mit Allergien verwechselt. Betroffene sind daher auf Ärzte angewiesen, die in viele Richtungen denken. Auch die Zwillingsschwestern durchliefen zunächst eine lange Zeit, die geprägt war von „Klinik- und Ärztehopping“, bis sie in einer großen Spezialklinik untersucht wurden.

Heute leben beide dank einer Heimselbstbehandlung ein fast normales Leben. Dabei spritzen sich Erkrankte das im Körper fehlende Protein (sogenannte C1-Esterase-Inhibitoren) bei Bedarf selbst. Mit dieser Therapie lassen sich HAE-bedingte Schwellungen schnell und wirksam behandeln. Das Medikament stellt CSL Behring mit Hilfe von Spenderplasma her.

„Wir sind stolz darauf, Patienten mit seltenen und schweren Erkrankungen Behandlungen in einer Vielzahl therapeutischer Bereiche anbieten zu können“, sagt Dr. Lutz Bonacker, Geschäftsführer der CSL Behring GmbH. „Dazu gehört auch die Therapie von HAE.“ Bonacker weiß, welches Erbe sein Unternehmen mit dem Namen Emil von Behring mitbringt: „Die DNS von Emil von Behring, seine Pionierarbeit, heilende Bestandteile von Blut zur Behandlung von Krankheiten einzusetzen, die verpflichtet natürlich, und zwar im allerbesten Sinne! Unser zentrales Versprechen an unsere Patienten mit Seltenen Erkrankungen ist, Leben zu retten und Lebensqualität zu verbessern. Bonacker ist seit über 15 Jahren im Unternehmen. Die Entwicklung von CSL Behring beschreibt er als ausgesprochen spannend. „Wir arbeiten konstant daran, neue und innovative Therapien mit modernsten Technologien zu entwickeln – dabei stehen Patienten und ihre Bedürfnisse immer im Mittelpunkt.“

Fotocredit: CSL Behring

Hilfe wird auf der ganzen Welt gebraucht

Dieser „Patientenfokus“ äußert sich auch im Kampf gegen viele andere seltene Erkrankungen – seit mehr als 100 Jahren setzt sich CSL Behring für Menschen mit solchen Krankheitsbildern ein. Zu diesen gehören neben dem hereditären Angioödem unter anderem unterschiedlichste Immundefekte und Autoimmunerkrankungen sowie angeborene und erworbene Gerinnungsstörungen wie etwa Hämophilie A und B. Ziel ist es, innovative Therapien zu erforschen und zu entwickeln, um Millionen Menschen in aller Welt zu helfen.
„Es gibt weltweit 7000 Seltene Erkrankungen. Für die Mehrheit gibt es noch keine Therapien, sie sind in der Gesellschaft nicht sichtbar.“, erklärt Bonacker. „Erschwerend hinzukommt, dass es in vielen Ländern keine nationalen Register gibt.“
Um Leben zu retten und die Lebensqualität seiner Patienten wie auch ihrer Familien zu verbessern, erforscht und entwickelt das Unternehmen Medikamente und Behandlungsmethoden ständig weiter. „Mit unseren rekombinanten und aus Plasma gewonnenen oder auch unter Zuhilfenahme von Gen- und Zelltherapie hergestellten Therapien können wir Gerinnungsstörungen, Immunschwächen und andere chronische seltene Krankheiten behandeln und damit vielen Menschen auf der ganzen Welt helfen“, erklärt Bonacker.

Neueste Technologien nutzen

Die CSL Behring-Wissenschaftler nutzen die neuesten Technologien zur Entwicklung und Einführung innovativer Therapien, mit denen seltene und schwere Erkrankungen behandelt werden können. „Wir sind anders, denn wir entwickeln unsere Innovationen primär für Menschen mit Seltenen Erkrankungen, also für kleine Populationen.“, erläutert Bonacker. Eine der Therapien, die CSL Behring entwickelt hat, dient beispielsweise der Behandlung einer Erkrankung, von der etwa in den USA nur rund 300 Patienten betroffen sind. Wer zu dieser Gruppe von Menschen gehört, dem erscheint es nahezu unmöglich, eine Therapie für seine Krankheit zu finden. „Wir bemühen uns zu helfen – eine Erkrankung mag selten sein, doch auch dann leiden Menschen darunter.“, so Bonacker.

Partnerschaften mit Patientenorganisationen

Für einen besseren Zugang der Patienten zu hochwertiger medizinischer Versorgung arbeitet CSL Behring – sowohl regional wie auch international – mit Patientenorganisationen, Plasmaspendern, Forschern, Ärzten, Pflegefachkräften, Apothekern und Heimpflegeunternehmen zusammen. Durch diese Partnerschaften will CSL Behring die öffentliche Aufmerksamkeit erhöhen und angemessene gesundheitspolitische Maßnahmen für seltene Krankheiten ausdehnen.
Durch dieses Engagement kennt und versteht das Unternehmen seine Patienten sehr gut – und es ist stolz, die breiteste Palette an hochwertigen Medikamenten in der Branche anbieten zu können. „Unser Fokus liegt dabei immer auf den Bedürfnissen unserer Patienten“, unterstreicht Lutz Bonacker.

Infokasten: Der Tag der Seltenen Erkrankungen

Am „Tag der Seltenen Erkrankungen” rücken seltene, häufig unbekannte Leiden stärker ins Licht der Öffentlichkeit. In den Schaltjahren wird der 29. Februar dafür genutzt, eben der seltenste Tag des Jahres, ansonsten findet er am 28. Februar statt. Jedes Jahr organisieren Patientennetzwerke, Verbände und Unternehmen zum weltweiten Aktionstag Veranstaltungen, um auf seltene Erkrankungen und ihre Auswirkungen hinzuweisen. CSL Behring engagiert sich auf diesem Gebiet für mehr Aufklärung und Forschung.

Leben mit HAE (Hereditäres Angioödem) – das bedeutet für die Zwillingsschwestern Jutta und Karin trotz HAE soviel Normalität in ihrem Alltag zuzulassen wie möglich.

Krebsmedizin in Hessen: Spitzenzentrum bietet optimale Versorgung

Klinik-Konsortium an der Spitze der Krebsmedizin

Krebspatienten in Hessen können auf die bestmögliche medizinische Versorgung vertrauen: Die Stiftung Deutsche Krebshilfe hat das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt-Marburg als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet.
Damit bescheinigt sie dem Comprehensive Cancer Center-Konsortium bestehend aus dem CCC Marburg und dem UCT Frankfurt eine führende Rolle in der Krebsforschung – und den beteiligten Ärzten und Wissenschaftlern Strukturen und Qualitätsstandards auf hohem medizinischen Niveau.

Das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) ist Teil des Spitzenzentrums, das die optimale Versorgung von Krebspatienten in Hessen sicherstellt.
Foto: Markus Haist © UCT Frankfurt-Marburg.

Die Auszeichnung als Onkologisches Spitzenzentrum ist Prof. Dr. Thomas Wündisch, Direktor des CCC Marburg, Lob und Ansporn zugleich. Denn die Förderung durch die Deutsche Krebshilfe bedeutet zusätzliche Möglichkeiten – verbunden mit dem klaren Auftrag einer flächendeckenden Patientenversorgung auf höchstem medizinischen Niveau und nach aktuellem onkologischen Wissensstand (siehe Textbox). Im Mittelpunkt aller Aktivitäten soll dabei stets der Patient stehen.

Patienten, Ärzte und Wissenschaftler profitieren vom engen Austausch

“Unsere Patienten profitieren eindeutig vom Zugang zu neuen Therapien und von einer besseren Behandlung”, erklärt Wündisch mit Blick auf die wachsende Anzahl an Patientinnen und Patienten, die an beiden Standorten behandelt werden. Rund 2.000 Patienten werden schon jetzt jedes Jahr in Marburg und Frankfurt in klinischen Studien behandelt. Auch die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler haben von der engen Zusammenarbeit einen enormen Gewinn. “Unsere Standorte sind täglich im Austausch, wir schätzen uns gegenseitig sehr, lernen voneinander und steigern so die Qualität unserer Therapien. Auch das UCT Gießen soll in das Konsortium integriert werden”, sagt der Direktor des CCC, Prof. Wündisch. Die Mediziner im UCT Frankfurt-Marburg lernten so neue Therapien häufig schon kennen, bevor sie in die Standard-Behandlung integriert würden. Patienten, deren Fälle in interdisziplinären und zum Teil auch standortübergreifenden Tumorboards besprochen werden, merken das und wissen diese Expertise zu schätzen.

Foto: © CCC, UKGM
“Unsere Patienten profitieren eindeutig vom Zugang zu neuen Therapien und von einer besseren Behandlung."
Prof. Thomas Wündisch
Direktor des CCC Marburg

Sehr komplexe Befunde oder seltene Tumore erfordern immer wieder auch eine umfangreiche genetische Diagnostik, deren Ergebnisse in der Molekularen Tumorkonferenz besprochen werden. Mehr als 20.100 Tumorboard-Empfehlungen spricht das UCT pro Jahr in etwa aus. Insgesamt behandeln die Spezialisten aus Frankfurt und Marburg so jährlich mehr als 20.000 Krebspatienten, 5.700 davon sind neu diagnostiziert. Neben der medizinischen Behandlung legen die Therapeuten auch Wert auf unterstützende Angebote wie die onkologische Bewegungstherapie und eine psychoonkologische Betreuung, die den Krebspatienten und ihren Angehörigen in Phasen großer Ängste und Anspannungen helfen, die Belastung besser zu bewältigen. Die Patienten im eher ländlich geprägten Marburg haben dabei die gleichen Möglichkeiten wie Betroffene in der Metropolregion Frankfurt.
Genau diese regionalen Unterschiede möchte die Deutsche Krebshilfe im gesamten Bundesgebiet aufheben.

Prof. Dr. Andreas Neubauer (rechts) und seine Kollegen besprechen im Tumorboard einzelne Diagnosen und ermitteln gemeinsam die optimale Therapie.
Foto: Markus Haist, © UCT Frankfurt-Marburg

Vertrauen und Kompetenz: Basis einer erfolgreichen Zusammenarbeit auf höchstem Niveau

Frankfurt und Marburg sind mit ihrem Konsortium nun eine Modellregion für Spitzenmedizin in der Onkologie und damit eines von 15 Leuchtturmprojekten für andere Regionen in Deutschland. Eine solch enge Zusammenarbeit braucht eine gute Basis, am besten sogar eine bestehende Partnerschaft – basierend auf Vertrauen und Kompetenz. Diese beiden Dinge schätzt Prof. Dr. Andreas Neubauer am UCT und an seinen Kollegen dort besonders.  Neubauer ist am Universitätsklinikum Marburg Direktor der Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Immunologie. Ihm und seinem Kollegen Prof. Dr. Andreas Burchert, Leiter des Carreras Leukämie- und Lymphom Centrums am Comprehensive Cancer Center (CCC) Marburg, ist es bereits mehrfach gelungen, Ergebnisse aus der molekularbiologischen Forschung direkt in die Behandlung von Krebspatienten einfließen zu lassen. Genau diese Impulse für die translationale Krebsforschung sind es, die das Konzept der Spitzenzentren fördern möchte. Sie sollen neue Erkenntnisse schnell und effektiv in die klinische Anwendung bringen – zum Wohl der Krebspatienten.

Patienten in klinischen Studien im Jahr 2021
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Neue Erkenntnisse können schnell in die klinische Anwendung einfließen

In Marburg und in Frankfurt werden viele wissenschaftsgetriebene klinische Studien geplant und durchgeführt. Sie alle mit dem Ziel, die Krebstherapie zu verbessern. Mit einer davon haben Prof. Neubauer und Prof. Burchert zum Beispiel die Standardtherapie einer bestimmten Form der akuten myeloischen Leukämie (AML) verbessert: Sie haben gezeigt, dass ein Medikament mit einer völlig anderen Zulassung wirksam ist. “In unserer klinischen Studie haben wir gesehen, dass sich die Sterblichkeitsrate der Betroffenen nach einer Stammzelltransplantation halbiert.” Diese Erkenntnis ist nun in die Richtlinien zur Behandlung dieser Patientengruppe eingeflossen. Möglich wurde das dank einer optimalen Zusammenarbeit der beteiligten Studienzentren in Marburg und Frankfurt. Das fiel auch den Gutachtern der Deutschen Krebshilfe positiv auf.

Foto: © CCC, UKGM
“So eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit wächst über die Jahre, das kann niemand verordnen oder von oben vorgeben.”
Prof. Dr. Andreas Neubauer
Direktor der Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Immunologie am UKGM
behandelte Krebspatienten im Jahr 2021
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“So eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit wächst über die Jahre, das kann niemand verordnen oder von oben vorgeben”, konstatiert Neubauer. Das mache die Arbeit am UCT auch so besonders und wertvoll für Patienten und Behandler. Durch die gute Zusammenarbeit können Neubauer und seine Kollegen in Frankfurt in Zukunft noch mehr Patienten in klinische Studien einschließen als bisher. “Das verbessert auch deren Prognose”, sagt Neubauer. Denn es sei bekannt, dass Krebspatienten, die in klinischen Studien engmaschig und intensiv betreut werden, häufig – unabhängig von ihrer Therapie – einen besseren Verlauf ihrer Erkrankung haben.

Die Patientinnen und Patienten werden an der Marburger Tagesklinik IAC gut von Ärztinnen und Ärzten und Pflegekräften betreut, auch im Rahmen von klinischen Studien.

Generell sieht Neubauer große Vorteile für Patienten, die an einem Tumorzentrum betreut werden. Der Zusammenschluss von Spezialisten und das “geballte Wissen” wirke sich auch auf den Therapieerfolg aus. “Wir Leukämie-Forscher in Frankfurt und Marburg befruchten uns gegenseitig und kennen uns über Jahrzehnte”, sagt Neubauer. Wer der Arbeit des anderen vertraut, schließt auch seine Patienten gerne in dessen Studien ein und bringt so die klinische Forschung wieder ein Stück weiter voran – und neue Therapien in die Klinik.
Solch eine enge Kooperation erfordert es auch, um Infrastrukturen wie beispielsweise das Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum in der Patientenversorgung, oder die Biomaterialbanken der beiden Standorte in der Forschung gemeinsam zu nutzen. Das geschieht nicht nur beim Austausch von Gewebeproben, sondern auch durch abgestimmte Softwarelösungen und entsprechende Schnittstellen. So steht den Wissenschaftlern auf der Suche nach neuen Therapien oder nach Biomarkern, die darüber entscheiden, ob ein Tumor auf eine bestimmte Therapie anspricht oder nicht, ein großer Fundus zur Verfügung.

Standortübergreifende Expertengruppen tauschen sich zudem regelmäßig über neueste Forschungsergebnisse und Entwicklungen aus. “Das geht bis hin zu den Studierenden, die sich zu gemeinsamen Seminar-Wochenenden treffen und Science Days veranstalten”, schildert Prof. Wündisch, Direktor des CCC in Marburg. Neben der Kooperation schätzt er auch sehr die kompetitiven Aspekte des Netzwerks der onkologischen Spitzenzentren: “Das spornt an.”
So profitieren am Ende alle von dem gemeinsam gelebten Anspruch auf Spitzenmedizin in der modernen Krebstherapie.

Tumorboard-Empfehlungen im Jahr 2021
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Gemeinsam gegen den Krebs
– Die Ziele der Onkologischen Spitzenzentren der Deutschen Krebshilfe

Mit den “Onkologischen Spitzenzentren” hat sich die Deutsche Krebshilfe das Ziel gesetzt, Tumorpatienten flächendeckend auf höchstem medizinischen Niveau und nach aktuellem onkologischen Wissensstand zu versorgen. Vorbild sind die “Comprehensive Cancer Centers (CCCs)” in den USA.

Eine internationale Kommission hochrangiger Krebsexperten begutachtet die Bewerber und achtet vor allem darauf, dass diese ihre Versorgungsstrukturen und -abläufe weiterentwickeln, mit umliegenden Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten – insbesondere onkologischen Schwerpunktpraxen – eng kooperieren sowie auf dem Gebiet der Onkologie innovativ forschen – und so die Krebsmedizin voranbringen.

Die CCCs wie das UCT wiederum sind in einem Netzwerk organisiert, das sich regelmäßig austauscht und seine Erkenntnisfortschritte mit allen onkologischen Versorgungseinrichtungen bundesweit teilt. So sollen alle Krebspatienten rasch von neuem Wissen profitieren. Bislang sind 127 Millionen Euro an Fördergeldern in das Förderprogramm geflossen.

Smarter Notfallrucksack bietet Sportlern Sicherheit am Spielfeldrand

Es gibt Situationen, in denen es auf jeden Handgriff ankommt. Medizinische Notfälle gehören definitiv dazu. Gerade beim Sport kann es schnell zu Verletzungen kommen. Das weiß auch das hessische Medizintechnikunternehmen CRS medical, ein starker Unterstützer regionaler Sportvereine – und hat daher speziell für den Einsatz am Spielfeldrand den CRS ResQ Notfallrucksack entwickelt. Dieser kommt jetzt erstmals beim Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband zum Einsatz.

Sport ist ein Alleskönner: Wer aktiv ist, unterstützt nicht nur seine körperliche Fitness, sondern hält sich auch geistig fit. Sport gehört zu einem gesunden Lebensstil einfach dazu. Doch trotz aller Vorsicht lassen sich Verletzungen nicht immer vermeiden. Das zeigen auch die Zahlen: Von ca. 23 Millionen Sportaktiven verletzen sich in Deutschland 1,25 Millionen Menschen in dem Maße, dass es einer medizinischen Behandlung bedarf – und das vor allem im organisierten Sport, also dem Profi- und Vereinssport. Am häufigsten kommt es bei Ballsportarten, wie etwa Fußball, zu Verletzungen. Typisch sind aufgeschürfte Knie, verstauchte Knöchel oder auch Hämatome.

Diese Thematik kennt man auch bei CRS medical: Der Hersteller von Medizinprodukten unterstützt bereits seit Jahren verschiedene hessische Sportvereine und hält Partnerschaften mit verschiedenen Bundesligisten. “Die Region Mittelhessen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich voranzubringen, ist seit den Anfangszeiten des Unternehmens in dessen Werten fest verankert,” erklärt Juliane Frey, Director Digitalisation & Communication bei CRS medical, die Motivation hinter dem sportlichen Engagement. Entsprechend weiß man beim Unternehmen auch, dass es auf dem Spielfeld ­ neben Sport und Spaß – immer auch zu Verletzungen kommen kann. Gefragt ist dann eine schnelle und fachgerechte Versorgung, wie sie der neue Notfallrucksack CRS ResQ dank smartem Aufteilungskonzept ermöglicht.

Ob in Unternehmen, bei Großveranstaltungen oder eben am Spielfeldrand – im Sinne einer Erstversorgung ist ein Notfallrucksack unverzichtbar.
Fotocredit: CRS medical

Besondere Anforderungen an Einsatz beim Sport

Notfallrucksäcke kennen viele vor allem vom Einsatz im Rettungswagen. Aber auch außerhalb dessen erfüllen diese Taschen einen wichtigen Zweck: Ob in Unternehmen, in Schulen, bei Großveranstaltungen oder eben am Spielfeldrand – im Sinne einer Erstversorgung ist ein Notfallrucksack unverzichtbar. Wichtig ist, dass er sich an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen lässt. “Um optimal auf die Anforderungen an Sportverletzungen ausgelegt zu sein, haben wir den CRS ResQ gemeinsam mit Experten konzipiert, unter anderem Physiotherapeuten aus dem Amateur- und Profisport. Denn sie wissen am besten, worauf es beim Einsatz im Sport ankommt und haben ihre Expertise mit uns geteilt”, erläutert Frey die Entwicklung des CRS ResQ.

So verfügt der Notfallrucksack über ein spezielles Farbkonzept, das der Einteilung der Tasche und damit auch einer intuitiven Handhabung der Versorgungsmaterialien dient: “Der Notfallrucksack wird unbefüllt ausgeliefert und kann über das Tochterunternehmen Medizintechnik Witt individuell ausgestattet werden. Es gibt jedoch Farbcodes, die jeweils einen Versorgungsbereich – etwa Verbandsstoffe oder Material zur Wundversorgung  – kenntlich machen. Verschiedene Beschriftungsmöglichkeiten bieten zusätzliche Orientierung. „Das hilft im Ernstfall, den Überblick zu behalten und das richtige Material schnell zur Hand zu haben”, beschreibt Frey die Innengestaltung des Rucksacks.

Zudem kann ein automatisierter externer Defibrillator – ein sogenannter AED – verschiedener Hersteller in den Notfallrucksack integriert werden. Und das ist wichtig, denn auch im Leistungs- und Breitensport kann es zum plötzlichen Herztod kommen. “Daher empfehlen wir, dass an jeglichen Sportstätten ein Laien-Defibrillator vorhanden ist, um im Notfall schnellstmöglich reagieren zu können – ohne dabei Angst haben zu müssen, Fehler zu machen”, so Frey. Dabei muss der Defibrillator, wenn er im CRS ResQ mitgeführt wird, nicht jedes Mal zur Statusabfrage herausgenommen werden: Dank eines Sichtfensters kann der Anwender mit einen Blick feststellen, ob der Defibrillator gewartet werden muss oder noch einsatzbereit ist.
Dank integrierter Farbcodes und verschiedenen Beschriftungsmöglichkeiten bietet der Notfallrucksack CRS ResQ zusätzliche Orientierung.
Fotocredit: CRS medical

CRS medical überreicht ersten Notfallrucksack an HBRS

Es ist die Kombination aus AED sowie smarten Vorrichtungen für medizinisches Versorgungsmaterial, die den Notfallrucksack CRS ResQ so besonders macht. Entsprechend wichtig ist er für die Sicherheit von Sportlern und sollte an keinem Spielfeldrand fehlen. In diesem Sinne übergab nun CRS medical den ersten Notfallrucksack seiner Art an seinen Kooperationspartner, den Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V. (HBRS).

Der Verband nahm den CRS ResQ im Rahmen des HBRS Hallencup Fußball-ID in der Sporthalle Wetzlar-Münchholzhausen entgegen, denn die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitglieder steht auch für den HBRS an erster Stelle. „Wir sind froh, CRS medical als Partner an unserer Seite zu haben. Dank CRS medical sind wir bereits mit einem automatisierten externen Defibrillator ausgestattet, wobei wir natürlich hoffen, dass er nie zum Einsatz kommen wird. Mit dem professionellen CRS ResQ Notfallrucksack, haben wir nun eine optimale Versorgung bei Verletzungen gewährleistet. Der Notfallrucksack wird bei den Trainingslagern unserer Landesauswahlteams, den Spieltagen der HBRS-Hessenliga, der HBRS-Fußballschule und bei Turnieren im Einsatz sein. Mit dieser Ausstattung ist unsere medizinische Abteilung bestens für den Notfall ausgerüstet”, sagte Michael Trippel, Sportlicher Leiter HBRS Fußball, im Rahmen der Übergabe des Notfallrucksacks.
Den ersten Notfallrucksack CRS ResQ übergab Nicolas Pauly (r.) von CRS medical als Spende an Michael Trippel (l.) vom HBRS.
Fotocredit: CRS medical

Über CRS medical GmbH

Seit 2004 erbringt CRS medical für seine Kunden Dienstleistungen im Bereich der Medizintechnik. Langjährige Erfahrung und umfassende Kenntnisse im medizintechnischen Sektor haben CRS medical zu einem dynamischen und leistungsstarken mittelständischen Unternehmen gemacht. Heute beschäftigt der Medizintechnikhersteller mit Sitz in Aßlar mehr als 210 MitarbeiterInnen und ist annähernd auf allen Kontinenten der Welt vertreten. Dabei versteht es das Unternehmen als seine Aufgabe, Kundenwünsche zielgerichtet, sicher und präzise umzusetzen. Um innovative und bedarfsorientierte Lösungen zu erzielen, die den hohen Ansprüchen an Sicherheit und Funktionalität entsprechen, arbeitet CRS medical direkt und engagiert mit seinen Kunden zusammen. Professionalität, Flexibilität und Diskretion machen das Unternehmen zu einem wertvollen Partner in allen Bereichen: Service, Data Solutions und Products.

Über den Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V.

Der Hessische Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e. V. (HBRS) repräsentiert 70.000 Aktive in den Bereichen Individual-, Breiten-, Mannschafts- und Rehasport in mehr als 600 Vereinen. Gegründet in 1951 als „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Versehrtensport – Land Hessen“, mit Sitz im hessischen Fulda, ist er der drittgrößte Landesverband im Deutschen Behindertensportverband (DBS). Hinter den Sporttreibenden stehen heute 1.600 anerkannte Sportärzte,  rund 3.000 Übungsleiter und 16 Hauptamtliche. Der Sport für Menschen mit Behinderung in Hessen verbindet, schafft Gemeinschaft, baut Barrieren ab, stärkt den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit, das Selbstbewusstsein, schenkt Freude, Energie und Lebensqualität.

700.000 Euro für den Kampf gegen Krebs, Herzerkrankungen und Depressionen

Von Behring-Röntgen-Stiftung bewilligt Forschungsprojekte in Marburg und Gießen

Marburg / Gießen. Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigsten Todesursachen; auch die Zahl schwerer psychischer Erkrankungen ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Für all diese Erkrankungen werden dringend neue Behandlungsmöglichkeiten benötigt. Mit über 700.000 Euro fördert die von Behring-Röntgen-Stiftung vier Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen, die sich der Erforschung von Brustkrebs, Hirnmetastasen, Herzschäden sowie Depressionen verschrieben haben.
Der Stiftungsvorstand im Kreis ihrer jüngsten Projektleiter bei der Übergabe der Förderurkunden (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hamidreza Jamalabadi, Dr. Niklas Gremke,
Stiftungsvorstand: Präsident Dr. Lars Witteck, Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele Krombach, Vizepräsident Prof. Dr. Roland Lill, Benedikt Dörflinger und Dr. Lena Cook.

Fotocredit: Christian Stein

Bei einer Feierstunde im Marburger Landgrafenschloss nahmen die Begünstigten am Dienstag, den 24. Januar 2023, ihre Förderurkunden aus den Händen des Stiftungsvorstands entgegen. „Fortschritte in der medizinischen Forschung werden in vielen kleinen Schritten erkämpft, die zum Verständnis schwerer Erkrankungen beitragen“, sagte Dr. Lars Witteck, Präsident der Von Behring-Röntgen-Stiftung. „Das erfordert neben Erfindergeist den Mut zur Innovation und Durchhaltevermögen. Mit unserer Unterstützung wollen wir jungen Forschertalenten ihren Weg in die Spitzenforschung von morgen ebnen“, verdeutlichte er die Ziele der in Marburg ansässigen Von Behring-Röntgen-Stiftung. Die Projekte der Marburger Dr. Niklas Gremke, Dr. Lena Cook und Prof. Dr. Hamidreza Jamalabadi sowie des Gießeners Benedikt Dörflinger starten im Januar 2023. Ihre Forschungsvorhaben wurden aus fast 40 Vorschlägen ausgewählt, die bei der Von Behring-Röntgen-Stiftung in der aktuellen Förderrunde eingereicht wurden. Drei Jahre haben die jungen Forschenden Zeit, um ihre Ziele zu verwirklichen.

Die Projekte im Einzelnen:

Allen Grund zur Freude hatten die Projektleiter bei der Übergabe der Förderurkunden für ihre Forschungsvorhaben (v.l.n.r.): Prof. Dr. Hamidreza Jamalabadi,
Dr. Niklas Gremke, Benedikt Dörflinger und Dr. Lena Cook.

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Brustkrebs ist mit Abstand der häufigste bösartige Tumor der Frau. Neben Chemo-, Antikörper- und Antihormontherapien stehen mittlerweile auch neuere zielgerichtete Therapien für die Brustkrebsbehandlung zur Verfügung. Ein Problem ist, dass die Wirkung auch dieser Behandlungsmöglichkeiten nach einiger Zeit nachlässt, weil die Tumorzellen in der Lage sind, ihren Wirkmechanismus zu umgehen. Dr. Niklas Gremke will in seinem mit 199.000 Euro geförderten Projekt die molekularen Mechanismen dieser Vorgänge, die als erworbene Resistenz bezeichnet werden, genauer untersuchen und alternative Therapieoptionen erforschen. Der 30-Jährige, der bereits mit dem Von Behring-Röntgen-Nachwuchspreis ausgezeichnet wurde, arbeitet in der Marburger Universitätsfrauenklinik. Als Clinician Scientist gehört er zu den Medizinern, die neben der Behandlung von Patientinnen und Patienten zugleich auf hohem Niveau forschen.

90 % aller Krebstodesfälle hängen mit der Bildung von Metastasen, den Absiedlungen bösartiger Tumoren, zusammen. Warum ein Ursprungstumor Metastasen bildet, ist jedoch nicht hinreichend erforscht, sodass wirksame Behandlungsmöglichkeiten fehlen. Dr. Lena Cook will in ihrem mit 172.000 Euro geförderten Projekt die enge Wechselwirkung zwischen Tumor- und Immunzellen während der Metastasierung untersuchen. Im Fokus stehen dabei wichtige Bestandteile des Immunsystems, nämlich neutrophile Granulozyten („Neutrophile“); bei ihnen handelt es sich um die am häufigsten vorkommende Art der weißen Blutkörperchen. Bei der Entstehung eines Tumors dienen Neutrophile als Erstabwehr und werden durch bestimmte Signale angezogen. Bösartige Tumore sind in der Lage, Neutrophile „umzuprogrammieren“, sodass diese im Verlauf der Erkrankung die Tumorentwicklung vorantreiben und unterstützen. Dabei können Neutrophile den Tumorzellen bei der Streuung von Metastasen mithilfe von Enzymen helfen, die Blutgefäße durchlässig zu machen. Das Ziel der 30-jährigen Marburger Nachwuchswissenschaftlerin ist es, diese Enzyme gezielt an der Absiedelung von Metastasen zu hindern, was zur Entwicklung von neuartigen Medikamenten führen könnte.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen an der Spitze der Todesursachen in Europa. Ein Grund für die hohe Sterblichkeit ist die mangelnde Regenerationsfähigkeit des Herzens Erwachsener, zum Beispiel nach einem Herzinfarkt.

Benedikt Dörflinger widmet sich der Frage, wie man die regenerativen Fähigkeiten des Herzens, die neugeborene Säugetiere noch besitzen, bei neugeborenen Kindern wiedererwecken kann. Dafür möchte er die beteiligten zellulären Signalwege untersuchen und aufklären, inwiefern der sogenannte zelluläre Selbstmord, den Körperzellen begehen, dazu beiträgt, dass sich die geschädigten Herzen Neugeborener erholen. Das Ziel des 27-Jährigen ist es, diese Erkenntnisse auf Erwachsene zu übertragen, um in fernerer Zukunft die Prognose und Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Herzschäden zu verbessern.

Das Forschungsprojekt des Gießener Nachwuchswissenschaftlers wird mit 137.000 € unterstützt.

Psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel schwere Depressionen, sind weit verbreitet; sie können die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Nach wie vor ist nicht genau bekannt, welche Prozesse oder Bereiche im Gehirn diese Erkrankungen verursachen. Möglicherweise sind kleine Störungen im gesamten Gehirn ursächlich, die das Zusammenspiel der verschiedenen Hirnareale beeinträchtigen. In seinem mit 195.000 Euro geförderten Forschungsprojekt überträgt der Ingenieur und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Hamidreza Jamalabadi sein Wissen aus der Elektrotechnik auf die Hirnforschung. Mithilfe von Verfahren, die üblicherweise zur Überprüfung von Verbindungen in technischen Systemen verwendet werden, will er die Vernetzungen im Gehirn tausender Menschen untersuchen. Die Hoffnung des 35-jährigen Marburger Nachwuchswissenschaftlers ist es, so den Zusammenhang der Vernetzungen mit verschiedenen psychischen Störungen aufzuklären, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Hintergrund:

Von Behring-Röntgen-Stiftung

Die im Marburger Landgrafenschloss ansässige Von Behring-Röntgen-Stiftung wurde am 8. September 2006 vom Land Hessen als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Gegründet wurde sie im Zuge der Fusion der Universitätskliniken Gießen und Marburg im Jahr 2005 und der anschließenden Privatisierung 2006 mit dem Ziel, an beiden Standorten neue Perspektiven für die Hochschulmedizin zu sichern und zu entwickeln. Dem Stiftungsvorstand gehören als Präsident der ehemalige Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und als Vizepräsidenten die Gießener Radiologin Prof. Dr. Gabriele Krombach und der Marburger Biochemiker und Zellforscher Prof. Dr. Roland Lill an. Ein mit 15 namhaften Wissenschaftlern aus Deutschland und Österreich besetzter wissenschaftlicher Beirat hat die Aufgabe, die der bei der Medizinstiftung eingereichten Förderanträge zu bewerten sowie Projekte und Themenschwerpunkte zu empfehlen.

Antragsberechtigt sind Angehörige der medizinischen Fachbereiche der Universitäten Marburg und Gießen. Die Von Behring-Röntgen-Stiftung schreibt in der Regel jedes Jahr zum 30. Juni eine Förderrunde aus. Bisher konnte sie rund 23 Millionen Euro für über 135 Projekte bewilligen.

Wie ein Pionier der Gefriertrocknung auf die aktuellen Pharmatrends reagiert

Der Pharmamarkt ist im Wandel: Steigender Zeitdruck bei der Einführung neuer Wirkstoffe und Start-ups, die mit neuen Ideen in den Markt drängen, sind nur zwei der Faktoren, die das Wettbewerbsgeschehen und die Geschwindigkeit neuer Entwicklungen antreiben. Auch wenn die Corona-Pandemie eindrucksvoll gezeigt hat, wie schnell die Entwicklung von Vakzinen möglich sein kann: Die Branche ist bereits seit längerem in Aufruhr. Davon sind nicht nur die Pharmaunternehmen als Wirkstoffproduzenten betroffen, diese Aspekte beeinflussen auch die Arbeit von Herstellern wie Optima Pharma in Gladenbach Mornshausen.

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Gefriertrocknung ist heiß begehrt

Das Unternehmen –Lösungsanbieter für Abfüll-, Verpackungs- und Produktionssysteme für anspruchsvolle Produkte – hat sich mit einem Geschäftsbereich auf die sogenannte Lyophilisation von pharmazeutischen Wirkstoffen spezialisiert, also auf die Gefriertrocknung. Dabei handelt es sich um eine schonende und bewährte Methode, um empfindlichen Moleküle in eine stabile Form zu bringen und funktioniert wie folgt: Eine Substanz, etwa ein biopharmazeutischer Wirkstoff, wird tiefgefroren und anschließend in Vakuum versetzt. Wird dem Ganzen nun langsam wieder Wärme hinzugefügt, verdampft das Wasser schonend. Übrig bleibt eine pulvrige Substanz, das gewünschte Produkt. Der Vorteil des so gewonnenen Pulvers liegt auf der Hand: „Im Gegensatz zu flüssigen Stoffen – Wasser ist keimanfällig, zudem weisen viele Flüssigformulierungen eine empfindliche Molekülstruktur auf –  ist es länger haltbar und stabiler. Damit wird die Gefriertrocknung zur Schlüsseltechnologie für die Bereitstellung von hochleistungsfähigen Proteinen und Nukleinsäuren für Impfstoffe oder Medikamente”, erklärt Stephan Reuter, Geschäftsführer bei Optima Pharma.

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Doch auch mit Blick auf die Dosierung kann Lyophilisation ein Wegbereiter sein. „Lyo-Beads” – kleine Kügelchen, die mithilfe der Gefriertrocknung in Ready-to-Use-Einheiten hergestellt werden – kommen sowohl in der molekularen Diagnostik als auch in der Pharmaindustrie zum Einsatz. So könnten sie zukünftig etwa die Portionierung von Impfstoffen erleichtern. Meldungen wie unzureichende Verdünnungen oder eine fehlerhafte Mengenentnahme aus dem Mehrdosenbehältnis könnten damit der Vergangenheit angehören.

Es sind jedoch nicht nur aktuelle Entwicklungen und Anforderungen, die die Arbeit bei Optima Pharma beeinflussen. Ein Trend, der die Entwickler dauerhaft beschäftigt, ist die Möglichkeit eines qualitativ gesicherten und effizienten Produkt-Scale-Ups.

Maßstabsvergrößerung, die Sicherheit bietet

Von der Entwicklung bis hin zur Massenproduktion eines pharmazeutischen Produktes kommt es darauf an, dass die Qualität gleichbleibend ist – ein Thema, das durchaus Bauchschmerzen bereiten kann: „Zieht man für den Prozess der Maßstabsvergrößerung das Bild einer Großküche heran, so kann man nicht einfach alle Zutaten verdoppeln oder verdreifachen, nur weil sich auf einmal mehr Gäste zum Essen angekündigt haben“, erklärt Reuter. Dafür gäbe es zu viele Aspekte, die sich neben den Inhaltsstoffen auf die Produktion auswirken können: „Änderungen in der Konstruktion oder der Funktion des Gefriertrockners sowie Prozessabweichungen können die Eigenschaften der Produktionszyklen verändern und zu Ausfällen führen.“ Das macht es nahezu unmöglich, unter der Verwendung der gleichen Prozess-Sollwerte und -Zeiten im Labor sowie im Gefriertrockner eine garantiert gleichbleibende Produktqualität zu erzielen. Hier droht schlimmstenfalls der Kollaps. Was also tun?

Wichtig ist ein lückenloses Scale-Up vom Labor in den Produktionsmaßstab. Und das ist es, worauf Optima Pharma großen Wert legt. So sind alle Anlagen Scale-up-fähig: Das Unternehmen realisiert Gefriertrocknungslösungen für alle Produktionsmengen – von kleinen Batches für klinische Studien bis hin zu großen Produktionschargen. Der Erfolg des Scale-ups hängt im Wesentlichen von bestimmten Schlüsselfaktoren wie Wärmeübergangskoeffizienten und Produktwiderstand ab. Bleiben diese bei den Anlagen – im kleinen wie im großen Maßstab – gleich, wirkt sich das positiv auf die Qualität des Endproduktes aus. Bietet der Hersteller, so wie Optima Pharma, zudem die gleichen Tools für die unterschiedlichen Anlagentypen an, unterstützt das die allgemeine Produktionsinfrastruktur.
Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, den Reuter hervorhebt: Das Quality by Design (QbD). „Wenn zu früh bzw. mit nur wenigen Versuchen im Kleinmaßstab auf die Großanlage gegangen wird – und das möglicherweise sogar ohne Design of Experiments –, ist es extrem schwierig und teuer, Fehler zu korrigieren. Deshalb ist QbD sehr wichtig“, so Reuter. Ein weiterer Vorteil der QbD-Implementierung: Ist der Prozess validiert und von der Regulierungsbehörde abgesegnet, kann das Unternehmen innerhalb des Design Spaces mit den Parametern spielen und muss nicht jede Änderung erneut der Behörde melden. Das bedeutet für den Kunden: schnellere Markteinführungszeiten, robustere Prozesse und weniger Fehlchargen.

3 in 1 – Prozesskontrolle leicht gemacht

Das Thema Prozesskontrolle ist für Optima Pharma sehr wichtig und zeigt sich beispielsweise bei Process Analytical Tools, kurz PAT. Beispielsweise ein Massenspektrometer, das die Produktionsumgebung überprüft. Dabei fokussiert sich das System gleich auf drei Tests: Die Detektion von Silikonöl, die Überwachung der Feuchtigkeit und die Prüfung der Dichtigkeit.
Hat man diese Aspekte im Blick, kommt das nicht nur der Produktqualität zugute, sondern auch der Effizienz der Prozesse. Das Unternehmen bietet das Massenspektrometer nicht nur als integrierte Lösung in Gefriertrocknungsanlagen an, sondern auch als mobile Version, bei der das Gerät einfach nach dem „Plug&Play“-Prinzip angeschlossen wird.

Quelle: Optima Pharma
Quelle: Optima Pharma

Bei Optima Pharma weiß man: Es lohnt sich, Zeit und Sorgfalt in die Prozessentwicklung und -kontrolle zu investieren. Deshalb legt das Unternehmen Wert darauf, die Gefriertrocknungsanlagen sowie die dazugehörigen Technologien für ihre Kunden präzise und passend zu entwickeln und herzustellen. Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigen die mittlerweile breiten Anwendungsgebiete, die mithilfe der Lyophilisierungslösungen von Optima Pharma bedient werden können.