Wie entwickelt sich der Life Science Standort Mittelhessen?

Der VDI Mittelhessen und das Regionalmanagement Mittelhessen laden am 20. März 2025 auf die High-Tech Messe W3+ Fair in Wetzlar ein. Diskutieren Sie mit, über die Bedeutung der Schlüsselbranche Life Science für den Standort.

Das vollständige Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Healthcare-Storys
Die Norgine GmbH entwickelt Apps, die Patienten bei gesundheitlichen Problemen oder medizinischen Behandlungen unterstützen und begleiten sollen.
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Der Science4Life Businessplan-Wettbewerb startet mit der Ideenphase in die 25. Wettbewerbsrunde. Auch zum Jubiläum werden High-Tech Start-ups aus Life Sciences, Chemie und Energie in allen Phasen der Gründung begleitet. Geschäftsideen können bis 21. Oktober 2022 online eingereicht werden.
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Nach drei Jahren Bauzeit stellte das weltweit führende Biotechnologieunternehmen CSL sein neues Zentrum für Forschung und Entwicklung (F&E) auf dem Gelände des Marburger Industrieparks Görzhausen vor.
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Science4Life zeichnet die besten Start-ups der Businessplanphase aus. Sie überzeugten mit Geschäftsmodellen wie neue Therapien gegen Krebs und nachhaltige Lösungen in Life Sciences, Chemie und Energie.
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Die Norgine GmbH aus Wettenberg und deren Partner setzen sich dafür ein, Menschen über das Thema Darmkrebs- und Darmkrebsvorsorge umfassend zu informieren und zu sensibilisieren.
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Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie hat deutschlandweit Traumanetzwerke gebildet. Das Kreiskrankenhaus in Alsfeld ist Teil des Traumanetzwerks Mittelhessen und wurde erneut als lokales TraumaZentrum DGU® zertifiziert.
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Der Einsatz von digitalen Anwendungen in der medizinischen Behandlung

Digital, anwenderfreundlich und hilfreich: Die Norgine GmbH hat gleich zwei wichtige digitale Anwendungen entwickelt, die verschiedene Patientengruppen beim Thema “Darmgesundheit” unterstützen können: Während PLENVU® die Menschen auf eine anstehend Koloskopie vorbereitet, bietet die MOVICOL® Toilettchenspiel-App Kindern, die unter Verstopfung leiden, spielerisch Hilfe.
Fotocredit: Shutterstock

“Gemeinsam daran arbeiten, das Leben von Patienten zu verbessern”. Das ist der Fokus, den die Norgine GmbH verfolgt. Entsprechend setzt man beim mittelhessischen Unternehmen auf digitalen Support im Bereich der medizinischen Patientenversorgung. Ein Themenbereich dabei: Chronische Obstipation bei Kindern – und was man dagegen tun kann.

App unterstützt Kinder bei Verstopfungen 

Medizinische Obstipation ist eine der häufigsten Gesundheitsstörungen in Deutschland.¹ Verstopfungen können jeden treffen – vor allem tritt sie jedoch bei Älteren, Schwangeren oder Kindern auf. „Von Verstopfung können alle Altersgruppen betroffen sein”, erklärt Walter Antweiler, Senior Consumer Healthcare Brand Lead: “Um den Kleinen mit dieser Erkrankung spielerisch zu helfen, hat die Norgine die Toilettchenspiel App entwickelt. Mit kleinen Mini-Spielen wird die Stuhlentleerung gefördert. Außerdem werden mit der App Eltern und Kinder mehr Hilfsmittel an die Hand gegeben, um den Alltag mit Obstipation zu meistern.‟ 

Fotocredit: Norgine GmbH

 

Die App beinhaltet ein Spiel, bei dem das Kind in das Mikrofon des Mobiltelefons pustet und so Animationen auf dem Display beeinflusst. Und das hat – neben dem spielerischen – einen weiteren Zweck: Beim Pusten wird ein kleiner Druck im Körper aufgebaut, der dazu beiträgt, die Stuhlentleerung zu vereinfachen. Um einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, wurde ein Belohnungssystem in das Spiel integriert.

Neben dem Puste-Spiel verfügt die App über zusätzliche Informationen. Hier werden Eltern darüber informiert, wie Verstopfungen entstehen, bekommen aber auch Tipps und Tricks für die Ernährung ihres Kindes sowie die richtige Sitzposition auf der Toilette. Sind nicht-medikamentöse Ansätze unzureichend, wird ergänzend der Wirkstoff Macrogol (enthalten in MOVICOL®) empfohlen. Er sorgt für einen weicheren Stuhl und kann so die Darmentleerung unterstützen.²

Vorbereitung ist alles

Ebenfalls um das Thema “Darmgesundheit” dreht sich eine weitere digitale Anwendung: Diese App, für die das Unternehmen 2021 bereits den German-Brand-Award bekommen hat, stellt eine Ergänzung zu dem gleichnamigen Medikament dar und wird zur Vorbereitung auf eine Koloskopie verwendet. Mithilfe der digitalen Anwendung sollen die Patienten auf den Termin der Darmspiegelung vorbereitet werden.

Die App ist grundsätzlich in einen persönlichen und einen informierenden Bereich gegliedert. Während der Infobereich vor allem über den Vorgang einer Darmspiegelung informiert, geht der persönliche Bereich einen Schritt weiter. Hier können die Patienten den bevorstehenden Termin – mit genauem Datum und Uhrzeit – eintragen. Darauf ausgerichtet teilt die App dem Patienten den für ihn richtigen Zeitpunkt der Einnahme des PLENVU® Medikaments mit – inklusive eines personalisierten Dosierungsplans. Zudem gibt es zeitlich getaktete Informationen und Empfehlungen über beispielsweise Lebensmittel, die vor dem Termin bevorzugt oder gar vermieden werden sollten.

Fotocredit: Norgine GmbH

Welchen Nutzen das hat, zeigt auch eine prospektive Multicenter-Studie, die den Einfluss der App auf das Endergebnis – eine Vorbereitung des Patienten auf die anstehende Koloskopie – untersuchen sollte. Dafür wurden 500 Studienteilnehmer ausführlich über die Koloskopievorbereitung informiert und anschließend randomisiert. Eine Gruppe erhielt ab Tag 4 vor der Darmspiegelung regelmäßig unterstützende Mitteilungen über die App. Das Ergebnis: Am Untersuchungstag war die App-Gruppe besser vorbereitet und der Darm viel gründlicher gereinigt.3

Den Vorteil einer optimierten Vorbereitung auf eine Koloskopie sieht auch Susan Hübsch, Bereichsleitung der Endoskopie im Krankenhaus Waldfriede e.V. in Berlin. Sie arbeitet seit mehr als einem Jahr mit der App und sagt: „Wir geben unseren Patienten die App im Rahmen unseres Vorgesprächs an die Hand. Das hilft nicht nur ihnen bei der Vorbereitung, sondern auch uns in der Klinik. Denn dadurch, dass der Patient zusätzlich digital“ an die Hand” genommen wird, hat er ein besseres Verständnis für die Untersuchung. Das wiederum reduziert bei uns Fragen – und spart am Ende des Tages Zeit. Zeit, die wir an anderer Stelle unseren Patienten zugutekommen lassen können.” Natürlich, so räumt Hübsch abschließend ein, könne eine App das Arzt-Patienten-Gespräch nicht ersetzen – aber durchaus eine wertvolle Unterstützung sein, die der Compliance zugutekomme.

Quelle:

  1. Andresen V. et al. Aktualisierte S2k-Leitlinie chronische Obstipation der DGVS und DGNM. November 2021.
  2.  Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE). Leitlinie „Obstipation im Kindesalter“, 2007, AWMF Nr. 068/019.
  3. Walter B et al. Z Gastroenterol 2019;57(09):e347–e348.

Pflichttext:

PLENVU®, Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen 

Zusammensetzung: Dosis 1: Macrogol 3350 100 g, Natriumsulfat 9 g, Natriumchlorid 2 g, Kaliumchlorid 1 g; Dosis 2: Beutel A enthält: Macrogol 3350 40 g, Natriumchlorid 3,2 g, Kaliumchlorid 1,2 g; Beutel B enthält: Ascorbinsäure 7,54 g, Natriumascorbat 48,11 g. Sonstige Bestandteile: Sucralose (E955), Aspartam (E951) Citronensäure (E330) und Maltodextrin (E1400); Mango-Aroma enthält Glycerol (E422), Aromazubereitungen, Arabisches Gummi (E414), Maltodextrin (E1400) und naturidentische Aromasubstanzen. Fruchtpunsch-Aroma enthält Aromazubereitungen, Arabisches Gummi (E414), Maltodextrin (E1400) und naturidentische Aromasubstanzen.
Anwendungsgebiete: Zur Darmvorbereitung vor klinischen Maßnahmen, die einen sauberen Darm erfordern.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.  Stand 04/2022

Norgine GmbH
Im Westpark 14, D-35435 Wettenberg
Internet: www.norgine.de
e-mail: info@norgine.de

Weitere Informationen zum Thema Darmkrebsvorsorge und -prävention werden in dem Text “Darmkrebs: Norgine forciert Prävention und Vorsorge” genauer behandelt.

Allgemeine Informationen zum Thema Obstipation sowie zu MOVICOL® sind auf der Website (www.movicol.de) zu finden.

Beide Apps sind kostenlos im Google Play Store sowie im AppStore verfügbar.


Firmenporträt

Norgine GmbH

Norgine ist ein führendes europäisches Spezialpharmaunternehmen mit über 100 Jahren Geschichte und Präsenz in allen großen europäischen Märkten sowie in Australien.
Die deutsche Niederlassung mit ca. 120 Mitarbeitern im Innen- und Außendienst hat ihren Hauptsitz in Wettenberg im Landkreis Gießen. 

Quelle: Norgine GmbH

Science4Life: Businessplan-Wettbewerb startet in Jubiläumsrunde

Der Science4Life Businessplan-Wettbewerb geht in die nächste Runde: Auch in der 25. Wettbewerbsrunde können Start-ups aus Life Sciences, Chemie und Energie ihre Geschäftsideen bis zum 21. Oktober online einreichen. 

©Science4Life

Am 1. September 2022 startet die neue Wettbewerbsrunde des Businessplan-Wettbewerbs von Science4Life mit der Ideenphase. Gründerteams aus Life Sciences und Chemie können ihre Idee beim Science4Life Venture Cup einreichen, Energie-Start-ups beim Science4Life Energy Cup. In der 25. Wettbewerbsrunde haben die teilnehmenden Teams Zugang zu Online-Seminaren, Events, Netzwerkkontakten und Branchenexperten aus mehr als 200 Unternehmen und die Chance auf insgesamt 85.000 Euro Preisgeld sowie individuelle Coachings im Rahmen der Science4Life-Academy. Teams können sich bereits jetzt unter www.science4life.de registrieren und ihre Ideenskizze online bis 21. Oktober 2022 einreichen. Jede Einreichung erhält eine ausführliche Bewertung durch Branchenexperten; die besten Teams werden auf dem Academy-Day einen Tag lang individuell gecoacht und arbeiten mit Experten die Stärken, Schwächen und Zukunft ihres Geschäftsmodells heraus.

Bereits seit 1998 begleitet der Science4Life e.V. Gründerteams auf ihrem Weg von der Idee bis zum erfolgreichen Start-up. Die Bilanz zum 25. Jubiläum unterstreicht den Wert der Initiative: Aus über 8.500 Teilnehmenden wurden 1.400 Unternehmen erfolgreich gegründet. Das wurde nicht zuletzt durch die starke, langjährige Public-Private-Partnership zwischen dem Land Hessen und dem Gesundheitsunternehmen Sanofi ermöglicht. „Die Unterstützung angehender Unternehmerinnen und Unternehmer ist essenziell für einen Wirtschaftsstandort. Wir freuen uns, als Initiator und Sponsor von Science4Life schon seit 25 Jahren zur Förderung innovativer Ideen beizutragen”, sagt der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Das bestätigt auch Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung bei Sanofi in Deutschland. „Wir sind besonders stolz darauf, die Entwicklung von Science4Life von Anfang an mitzugestalten. Es ist beeindruckend, wie viele erfolgreiche Unternehmen der Wettbewerb bisher hervorgebracht hat und wir freuen uns, innovative Start-ups in diesem Jahr erneut auf diesem Weg zu unterstützen.”

Die besten Start-ups in Life Sciences, Chemie und Energie werden feierlich ausgezeichnet.
©Science4Life

Drei Wettbewerbsphasen für maßgeschneiderte Unterstützung

Um sich den individuellen Fragen und Anforderungen von Start-ups in jeder Phase der Gründung bestmöglich zu widmen, ist der Businessplan-Wettbewerb in drei Phasen gegliedert: In der ersten Phase des Wettbewerbs, der Ideenphase, werden die Geschäftsidee und deren Marktpotenzial genau unter die Lupe genommen. Dadurch können Teams Chancen früh erkennen und ihre Strategie entsprechend anpassen. In der anschließenden Konzeptphase wird das Geschäftsmodell erarbeitet und gemeinsam mit Experten feinjustiert. In der letzten Phase planen Start-ups ihr konkretes das Go-to-Market im Detail, in Form eines Businessplans oder Read-Decks. Interessierte und Gründende können in jeder Phase einsteigen oder an allen Phasen teilnehmen.

Die Ideenphase ist die erste von drei Wettbewerbsrunden.
©Science4Life
Neben dem Preisgeld profitieren Gründer vom Networking mit Branchenexperten. ©Science4Life

Pressemeldung 25.08.22 ©Science4Life

CSL präsentiert neues Forschungs- und Entwicklungs- Zentrum in Marburg

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wird sich der neue CSL F&E-Campus M600 über sieben Stockwerke erstrecken und mehr als 500 Mitarbeitenden der Forschung und Entwicklung von
CSL Behring Platz bieten. ©CSL

Das neue Zentrum wird nach seiner vollständigen Eröffnung im Verlauf dieses Kalenderjahres der größte Standort für Forschung und Entwicklung von CSL unter einem Dach sein. Das hochmoderne Gebäude, das Platz für über 500 Mitarbeitende bieten wird, schafft Raum für Kreativität und wissenschaftlichen Austausch, auch mit externen Partnern.

Marburg, 13.09.2022. Nach drei Jahren Bauzeit stellte das weltweit führende Biotechnologieunternehmen CSL (ASX:CSL; USOTC:CSLLY) heute sein neues Zentrum für Forschung und Entwicklung (F&E) auf dem Gelände des Marburger Industrieparks Görzhausen vor. Das Investitionsvolumen für das Projekt betrug 150 Millionen Euro. Auf einer Fläche von rund 40.000 Quadratmetern bietet das Zentrum Platz für bis zu 500 F&E-Mitarbeitende und ist damit das weltweit größte F&E-Zentrum von CSL, das alle Disziplinen unter einem Dach vereint.

„Die Investition in Marburg macht für uns Sinn, denn diese Region hat CSL mitgeprägt“, sagte Paul Perreault, CEO und Managing Director von CSL. „Der neue Gebäudekomplex wurde mit modernsten Technologien nach strengen Nachhaltigkeitskriterien gebaut und wird den Standort Marburg, Mittelhessen und Hessen weit über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus zum Leuchtturm der Biotechnologie machen.

Um ein florierendes, lokales Innovations-Ökosystem voranzutreiben, sind 800 qm der Laborfläche für externe Kollaborationen mit Biotech-Startups vorgesehen. Seine strategisch günstige Lage in der Nähe von Universitäten, Instituten und biomedizinischen Zentren ermöglicht einen effizienten Zugang zu externen Talenten. 

„Das neue Forschungszentrum wird ein optimales Umfeld für Spitzenforschung schaffen und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit regionalen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eröffnen“, betonte Angela Dorn-Rancke, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, in einer Videobotschaft. „Es steht damit im Einklang mit dem Anliegen der Landesregierung, Spitzenforschung in Hessen zu fördern und die hessischen Hochschulen gemeinsam mit Wirtschaft und Gesellschaft zu führenden und attraktiven Forschungseinrichtungen für qualifizierte Fachkräfte zu machen“, so Dorn-Rancke weiter.

Die Labore sind nur durch Fenster von den Bürobereichen abgetrennt – also zentral gelegen, einsehbar und leicht zu erreichen. Sie sind hochflexibel, Anzahl der Laborplätze sowie deren Gruppierung können an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. ©CSL

„Wissenschaft und Innovation aus Marburg werden uns helfen, die Zukunft von CSL nachhaltig zu gestalten, und wir hoffen, dass sie die Entwicklung der Region Marburg zu einem weltweit anerkannten Innovationszentrum vorantreiben werden“, sagte Dr. Bill Mezzanotte, Head of R&D und Chief Medical Officer von CSL. „Das neue F&E-Zentrum wird weiterhin eine entscheidende Rolle in der globalen F&E-Investitionsstrategie von CSL spielen.“

Marburg hat für CSL eine ganz besondere Bedeutung: CSL Behring betreibt hier eine branchenführende Produktionsstätte und die Geschichte des Unternehmens ist in der Stadt verwurzelt. 

 

Paul Perreault sagte: „Hier lebte und arbeitete Emil von Behring, einer der Gründer unseres Unternehmensbereichs CSL Behring, der den ersten Medizin-Nobelpreis für seine Pionierarbeit bei der Verwendung von Plasma zur Behandlung von Diphtherie-Patienten erhielt. Während Plasma nach wie vor eine unserer strategischen wissenschaftlichen Plattformen ist, haben wir uns im Laufe der Jahrzehnte weiterentwickelt und innovative Ansätze erarbeitet – auch durch die Entdeckung, Entwicklung und Bereitstellung von Arzneimitteln und Impfstoffen über die wissenschaftlichen Plattformen der rekombinanten Technologie, Zell- und Gentherapie sowie zellbasierte, eibasierte, adjuvantierte und sa-mRNA-Impfstoffe. Wir hoffen, dass der Standort Marburg das gesamte Unternehmen als weltweites Innovationszentrum für Patienten auch zukünftig voranbringen wird.“

Modernes Energiekonzept und offene Arbeitsumgebung

Auch im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie von CSL ist der neue Campus eine Investition. „Es ist uns gelungen, ein Gebäude zu errichten, das den höchsten deutschen Energiestandards genügt“, so Dr. Lars Grönke, der gemeinsam mit Vicky Pirzas Geschäftsführer der F&E-Abteilung von CSL in Marburg ist. So ist der Gebäudekomplex mit den neuesten Technologien, wie etwa einem Eisspeicher und Wärmepumpen, ausgestattet. Ziel ist eine CO2-neutrale Energieversorgung. Das Eisspeicher-Energiemanagementsystem auf dem neuen Marburger F&E-Campus ist eines der größten in Europa: Mit einem Durchmesser von 17,5 Metern und einer Höhe von 7 Metern fasst der Eisspeicher beeindruckende 1.683 Kubikmeter Wasser – so viel, wie in einem 50-Meter-Schwimmbecken enthalten ist.

Als besonderes Highlight des Anlasses am 13. September gab es Führungen durch das Gebäude, das architektonisch in Hinblick auf Arbeitsweisen der Zukunft konzipiert ist und eine inspirierende Arbeitsumgebung mit hochmodernen Laboren bietet. „Co-Working-Spaces verbinden durch eine offene Raumgestaltung kooperative und individuelle Arbeitssituationen“, erklärte Vicky Pirzas das Konzept dahinter. „Das soll die Menschen näher zusammenbringen und damit Ideen fördern.“

Paul Perreault, CEO und Managing Director CSL, besuchte den Standort Marburg anlässlich der Vorstellung des neuen F&E-Campus M600. ©CSL
Vicky Pirzas und Dr. Lars Grönke, Managing Directors R&D CSL Behring Innovation GmbH, bei der Vorstellung des neuen F&E-Campus in Marburg. ©CSL

Über den CSL F&E-Campus in Marburg

Der Bau des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums (F&E) M600 von CSL in Marburg begann im November 2019 und wird im Laufe dieses Kalenderjahres abgeschlossen. Der F&E-Campus ist fast 40.000 Quadratmeter groß und umfasst 7.000 Quadratmeter Laborfläche, 7.000 Quadratmeter Arbeitsfläche und 800 Quadratmeter Fläche für Start-ups aus der Region. Außerdem wird es Platz für rund 500 CSL-Mitarbeitende aus Forschung und Entwicklung sowie für akademische und weitere Kooperationspartner bieten. 

Für CSL sind der verantwortungsvolle Umgang mit und die effiziente Nutzung von natürlichen Ressourcen der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum. Dazu gehören die Integration von Umweltaspekten in alle wichtigen Geschäftsentscheidungen, die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen und die Minimierung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Reduzierung und Wiederverwertung.

Vorbei am Empfang gelangt man in ein lichtdurchflutetes Atrium, das sich vom Erdgeschoss bis zum 7. Stockwerk durchzieht und mit einem Glasdach endet. ©CSL
Die Büroräume sind ideal auf bestimmte Tätigkeitsarten abgestimmt und unterscheiden sich in ihrer Funktion, der Einrichtung, Farben und Materialien. ©CSL

So stand auch bei der Planung des neuen F&E-Zentrums die Nachhaltigkeit im Vordergrund. Der Bau des Campus wurde in Übereinstimmung mit den Förderkriterien der KfW (Investitions- und Entwicklungsbank des Bundes) für grüne Finanzierungen geplant. Die Investition steht auch im Einklang mit den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Sie trägt zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung Nr. 7 – bezahlbare und saubere Energie – und Nr. 13 – Handeln für den Klimaschutz – bei. Zu den Besonderheiten des modernen Energiekonzepts gehört die Ausstattung des Gebäudes mit einem Eisspeichersystem und Wärmepumpen. 

 M600 ist mit fortschrittlichen Laboren und modernsten technischen Mitteln ausgestattet und vereint verschiedene Formen von Arbeitsbereichen für aktives Arbeiten unter einem Dach. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude auch Laborflächen für externe Mitarbeitende, was zu einem lebendigen F&E-Ökosystem beiträgt und Innovationen am Standort Marburg fördert.  

CSL ist nebst Marburg auch in Melbourne (Australien), Bern (Schweiz), Amsterdam (Niederlande), King of Prussia (Pennsylvania, USA), Pasadena (Kalifornien, USA) und Waltham (Massachusetts, USA) mit insgesamt mehr als 2.000 Forschungs- und Entwicklungsmitarbeitenden vertreten. Dies trägt dazu bei, ein international eingebundenes Unternehmen zu schaffen, das unkompliziert mit Institutionen auf der ganzen Welt zusammenarbeiten kann und Zugang zu professionellen Entwicklungsmöglichkeiten bietet sowie externe Innovationen fördert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.cslbehring.de und www.csl.com

Press-Release CSL, 13.09.22

Ergänzung zu diesem Beitrag vom Juli 2025: Der Biopharmakonzern CSL Innovation teilte am 01.07.2025 mit, im Rahmen einer globalen, strategischen Neuausrichtung seine erst vor drei Jahren eröffnete Forschungs- und Entwicklungsabteilung am Standort Marburg schrittweise vollständig schließen zu wollen, wodurch rund 500 Angestellte um ihren Arbeitsplatz bangen müssen. Zur Meldung auf tagesschau.de.

So wollen die Gewinner von Science4Life die Zukunft verändern

Die besten Start-ups der Businessplanphase von Science4Life wurden prämiert und überzeugten mit Geschäftsmodellen wie neue Therapien gegen Krebs und nachhaltige Lösungen in Life Sciences, Chemie und Energie.

Foto: ©Science4Life

Neue Lösungen im Healthcare-Bereich und innovative Konzepte zur Energiewende sind auch 2022 gefragt, um eine bessere Zukunftsperspektive zu realisieren. Science4Life, eine Initiative der Hessischen Landesregierung und des Gesundheitsunternehmens Sanofi, unterstützt mit dem Science4Life Venture Cup und dem Science4Life Energy Cup Start-ups, die an diesen Herausforderungen arbeiten. Unter 87 Einsendungen aus Life Sciences, Chemie und Energie wurden am 18. Juli die besten Gründerteams prämiert. Einen besonderen Fokus legten die Teams in diesem Jahr auf Nachhaltigkeit. Dr. Philipp Nimmermann, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ist die Förderung einer starken Gründerszene bewusst: „Die Transformation unseres auf fossilen Energien basierenden Wirtschaftsmodells in eine nachhaltige Ökonomie eröffnet enorme Chancen für neue Jobs und neuen Wohlstand. Die Gründerinnen und Gründer, die wir hier prämieren, beweisen das.“ Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Sanofi in Deutschland, begleitet Science4Life schon seit Jahren: „Ich bin jedes Jahr erneut beeindruckt von der Professionalität der Gründerteams. Sie erkennen nicht nur aktuelle und zukünftige Trends und Herausforderungen, sondern arbeiten mit eindrucksvoller Agilität an deren Lösung.”

Neue Krebstherapien und Nachhaltigkeit beim Science4Life Venture Cup

Beim Science4Life Venture Cup gewinnt CatSper aus Münster. Das Team entwickelt einen neuen Labortest, der die männliche Fruchtbarkeitsstörung “Cat-Sper-Dysfunktion” erstmals medizinisch sichtbar machen kann und damit diagnostische Hinweise zur Früherkennung ermöglicht. Platz 2 geht an DNTOX aus Düsseldorf: Das Team bietet eine derzeit einzigartige, tierversuchsfreie Analyse von Chemikalien an – eine kostengünstigere Alternative zu ressourcenintensiven und ethisch umstrittenen Tierversuchen. FUSIX BIOTECH aus München möchte Patienten mit schwer zu therapierenden Krebserkrankungen sichere und effektive immuntherapeutische Therapieansätze mit Hilfe einer Plattform-Technologie bieten. HBOX Therapies aus Aachen entwickelt ein neues, effektives und flächendeckend anwendbares Medizinprodukt zur Behandlung von Kohlenmonoxidvergiftungen. Revoltech aus Darmstadt hat das Tierwohl im Fokus – mit dem weltweit ersten lederähnlichen Textil, das ohne Kunststoffe auskommt, vegan ist und aus Reststoffen des regionalen Hanfanbaus besteht.

Die Gewinner des Science4Life Venture Cup 2022: CatSper (oben links), die DNTOX GmbH (oben rechts), die Revoltech GmbH (unten links) und die HBOX Therapies GmbH (unten rechts).
©Science4Life

Polyethylenglykol (PEG) findet vielseitige Anwendung in der Behandlung chronischer Krankheiten oder als Bestandteil von Impfstoffen, führt jedoch in letzter Zeit vermehrt zu Allergien und Nebenwirkungen. Das Team von Advylop aus Mainz bietet eine PEG-Alternative, die Nebenwirkungen vermeidet und gleichzeitig die medizinischen und produktionstechnischen Vorteile bewahrt. Dymium aus München bietet die weltweit erste Methode zur rückstandsfreien Nierensteinentfernung mithilfe einer magnetischen Separationstechnologie. n-biotics aus Karlsruhe hat eine antibakterielle Oberflächentechnologie für Implantate aus den Bereichen Zahnmedizin, Frakturversorgung und Orthopädie entwickelt, die bakterielle Infektionen und die damit verbundenen Folgen für Betroffene deutlich reduziert. OPSYON Therapeutics aus München entwickelt eine einzigartige, effiziente und tumorspezifische Immuntherapie mit reduzierten Nebenwirkungen und bietet Krebspatienten eine langfristige und bessere Überlebensperspektive. Das Produkt von Shards aus Sassenberg sind nachhaltige Fliesen aus Bauschutt – so wandelt das Team Abfallstoffe in ein wertiges und umweltfreundliches Produkt um.

Sie sind unter den Plätzen 6 bis 10: Advylop (links) und n-biotics (rechts) 
©Science4Life

Bereit für die Energiewende: Die Gewinner des Science4Life Energy Cup

Beim Science4Life Energy Cup überzeugte das Team von Reverion aus München und sicherte sich Platz 1. Das Team nutzt Biogas, um die unstete Stromversorgung aus Wind- und Sonnenenergie mit einem CO2-neutralen Verfahren auszugleichen. PV2+ aus Freiburg entwickelt ein patentiertes, kostengünstiges und umweltfreundliches Galvanisierungsverfahren zum Ersatz von Silber durch Kupfer in Solarzellenkontakten – das soll die Solarbranche weiter stärken und zur Erreichung der Klimaziele beitragen und sicherte dem Team Platz 2. Auf Platz 3 setzte sich plugX aus Fulda durch: Das Team rüstet Stromanschlüsse mit wenig Aufwand zu Ladesäulen für E-Bikes, E-Scooter und E-Autos um.

Den Science4Life Energy Cup gewinnt Reverion aus München. 
©Science4Life

Die Gewinner der Businessphase des Science4Life Venture Cup 2022:

  1. Platz, dotiert mit 25.000 Euro, geht an CatSper aus Münster
  2. Platz, dotiert mit 10.000 Euro, geht an DNTOX GmbH aus Düsseldorf
  3. Platz, dotiert mit 5.000 Euro, geht an FUSIX BIOTECH GmbH aus München
  4. Platz, dotiert mit 2.500 Euro, geht an HBOX Therapies GmbH aus Aachen
  5. Platz, dotiert mit 2.500 Euro, geht an Revoltech GmbH aus Darmstadt

Die Plätze 6 bis 10, dotiert mit jeweils 1.000 Euro, in alphabetischer Reihenfolge:

  • Advylop aus Mainz
  • Dymium aus München
  • n-biotics aus Karlsruhe
  • OPSYON Therapeutics GmbH aus München
  • Shards aus Sassenberg

Die Gewinner der Businessplanphase des Science4Life Energy Cup 2022:

  1. Platz, dotiert mit 10.000 Euro, geht an Reverion aus München
  2. Platz, dotiert mit 5.000 Euro, geht an PV2+ aus Freiburg
  3. Platz, dotiert mit 2.500 Euro, geht an plugX aus Fulda

Firmenporträt

Science4Life e.V.

Science4Life e.V. ist eine unabhängige Gründerinitiative, die bereits 1998 als Non-Profit-Organisation ins Leben gerufen wurde. Initiatoren und Sponsoren sind die Hessische Landesregierung und das Gesundheitsunternehmen Sanofi. Einmal jährlich richtet die Initiative bundesweit den größten Businessplan-Wettbewerb für die Branchen Life Sciences, Chemie und Energie aus. Wettbewerbsbegleitend bietet die Science4Life Academy allen registrierten Wettbewerbsteilnehmern Weiterbildung und Coaching an. Die Gewinnerteams der einzelnen Phasen qualifizieren sich für ausgewählte Workshops im Rahmen der Academy-Days. Insgesamt werden im Rahmen des Businessplan-Wettbewerbs Preisgelder in Höhe von rund 85.000 € vergeben.

Seit 1998 haben mehr als 8.000 Personen am Wettbewerb teilgenommen und es wurden über 2.600 Geschäftsideen eingereicht und bewertet. Die Gründerinitiative besteht aus einem Netzwerk von Branchenexperten aus mehr als 200 Unternehmen, die mit ihrem Know-how und Erfahrungen den Wettbewerbsteilnehmern zur Verfügung stehen. Über 1.400 Unternehmen wurden erfolgreich gegründet.

Darmkrebs: Norgine forciert Prävention und Vorsorge

Darmkrebs ist eine der weitverbreitetsten Krebsarten in Deutschland. Jährlich sterben ca. 25.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Diese hohe Zahl könnte jedoch vermieden werden, wenn mehr Menschen die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen nutzen würden. Die Norgine GmbH aus Wettenberg und deren Partner setzen sich für Prävention und Vorsorge ein. Gemeinsam wollen sie Menschen sensibilisieren und über Darmkrebsvorsorge umfassend zu informieren.

Fotocredit: Shutterstock

Deutschlandweit erkranken jährlich mehr als 55.000 Menschen an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen und die drittgrößte bei Männern. Außerdem stellt Darmkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache nach Lungenkrebs dar. Dabei kann das Darmkrebsrisiko mit der richtigen Vorsorge und durch Früherkennung stark reduziert werden. Das in Mittelhessen ansässige Unternehmen Norgine GmbH aus Wettenberg engagiert sich daher intensiv für die Darmkrebsprävention- und -vorsorge. Auch überregional mit Partnern wie der Stiftung LebensBlicke und der Deutschen Gesellschaft für Endoskopiefachberufe (DEGEA) arbeitet Norgine zusammen und betreibt Aufklärungsarbeit für die Themen Vorsorge, Früherkennung und Darmgesundheit. Mit der Initiative “Gesundes Gießen” und dem regionalen Engagement  als Sponsor für die JobStairs GIESSEN 46ers möchte Norgine die Bürger Mittelhessens über das Thema Darmkrebs informieren, sensibilisieren und sie motivieren, Vorsorgetermine in Anspruch zu nehmen.

Webinare und Workshops bilden MFA und Pflegepersonal weiter

Die Stiftung LebensBlicke setzt sich dafür ein, Menschen seriös über die Möglichkeiten der Darmkrebsvorsorge aufzuklären. Sie möchte sie dazu bewegen, die Angebote von Krankenkassen in Anspruch zu nehmen und sich für das Thema Darmkrebs sensibilisieren zu lassen. Die Norgine GmbH gehört zu den größten Unterstützern der Stiftung LebensBlicke und ist auch Mitglied des Advisory Boards. In vielen gemeinsamen Events und in Online-Veranstaltungen setzen sich beide für die Aufklärung zur Darmkrebsvorsorge und -prävention ein. “Jährlich sterben ca. 25.000 Menschen an Darmkrebs”, sagt Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke Prof. Dr. J. F. Riemann, “das müsste nicht sein, wenn Menschen die Angebote zur Darmkrebsvorsorge ihrer Krankenkassen nutzen würden. Würden alle die Darmkrebsvorsorge nutzen, wäre Darmkrebs keine ernstzunehmende Erkrankung mehr.”

Gründe für eine mögliche Ablehnung könnten zum einen an einer generellen Abneigung der Vorsorge liegen, zum anderen aber auch einfach daran, dass Menschen Angst vor einer möglichen Krebsdiagnose haben.  Zudem ist das ganze Thema auch sehr stigmatisiert, denn es handelt sich um den Bereich des Körpers, über den nicht gerne öffentlich gesprochen wird. Sozioökonomische Ursachen spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle.   Umso wichtiger ist es also, Menschen seriös zu informieren und ihnen so Ängste zu nehmen.

INFORMATION:

Jeder Krankenversicherte, Frauen wie Männern, wird erstmals mit 50 Jahren von deren Krankenkassen zu einer Darmkrebs-Früherkennungsmaßnahme eingeladen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Untersuchung. Die Neuregelung gilt seit dem 1. Juli 2019.

Möglichkeit 1: Immunologischer Stuhltest
Bis 55 haben Versicherte Anspruch auf einen jährlichen immunologischen Stuhltest. Dieser kann nicht-sichtbares Blut im Stuhl nachweisen, was wiederum auf Darmkrebs hinweisen kann. Ab 55 kann der Stuhltest im Abstand von zwei Jahren durchgeführt werden.

Möglichkeit 2: Darmspiegelung (Koloskopie)
Männer ab 50 und Frauen ab 55 haben Anspruch auf eine Koloskopie. Sie kann nach 10 Jahren wiederholt werden, wenn es bei der Erstuntersuchung keine Auffälligkeiten gab. Sie bringt ein noch genaueres Ergebnis. Das Koloskop ist ein langer, biegsamer Schlauch, der über Glasfaserkabel zur Beleuchtung und Bildübermittlung verfügt. Die Untersuchung wird dadurch live am Bildschirm mitverfolgt. Das Koloskop wird bei der Untersuchung in den Dickdarm eingeführt, wobei kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut festgestellt und möglicherweise präkanzeröse Adenome erkannt und entfernt werden können. 

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Um Patienten Ängste zu nehmen, veranstaltet die Stiftung LebensBlicke beispielsweise Webinare für medizinische Fachangestellte, um sie rund zum Thema Darmkrebs zu schulen. “Medizinische Fachangestellte sind häufig die ersten Ansprechpartner für Patienten, gerade in der Hausarztpraxis. Hier ist ein großes Reservoir an fachlich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die gezielt Informationen über die Darmkrebsvorsorge weitergeben können”, sagt Riemann. Die Rückmeldungen auf die Webinare seien durchweg positiv: “Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich gut informiert und finden sie sehr hilfreich”, so Riemann. Außerdem wird während der Online Veranstaltungen deutlich, wo schon grundlegendes Fachwissen vorhanden ist und wo Nachholbedarf besteht. “Wir ermuntern daher die Teilnehmenden immer wieder, sich während des Webinars oder auch nachher zu äußern und Themenwünsche für eine der nächsten Veranstaltungen zu nennen”, erklärt Riemann.

Auch mit der Deutschen Gesellschaft für Endoskopiefachberufe (DEGEA) arbeitet Norgine daran, Menschen über Darmkrebsprävention zu informieren. Gemeinsam veranstalten Norgine und DEGEA Workshops und Webinare, die sich an Pflegekräfte und MFA richten. “MFA und Pflegepersonal haben intensiven Kontakt zu Patienten und deren Angehörigen. Ergänzend zu dem ärztlichen Aufklärungsgespräch führen sie Informationsgespräche, damit sich Patienten für die Darmvorsorge gut vorbereiten können. MFAs sind dabei die ersten Ansprechpartner”, erklärt Ulrike Beilenhoff, Vorstandsvorsitzende der DEGEA. Inhaltlich geht es bei den Webinaren unter anderem um:

  • Informationsvermittlung über den Darmkrebs und dessen Formen,
  • Austausch über Vorsorgeprogramme und die Steigerung der Akzeptanz,
  • Patientenbegleitung im Rahmen der Darmkrebsvorsorge & 
  • die Durchführung der Darmvorbereitung und Koloskopie. 

Die Rückmeldungen über die Webinare sind laut Beilenhoff auch sehr positiv: ”Kollegen und Kolleginnen schätzen den Austausch mit Experten. Die Inhalte werden zielgruppengerecht aufbereitet und finden großen Zuspruch. Außerdem erreichen wir mit den Webinaren einen größeren Zuhörerkreis. Und eine Fortbildung, für die man nicht reisen muss, wird von den Teilnehmenden auch sehr geschätzt.” Die neuen Erkenntnisse lassen sich auch direkt in die Praxis umsetzen. Die Qualität in der Versorgung von Patienten hat sich durch die Veranstaltungen laut Beilenhoff deutlich verbessert: “Das Personal geht viel sensibler mit dem Thema um und spricht Patienten aktiv zur Darmkrebsvorsorge an. So gehen sie besser informiert und ruhiger zur Darmkrebsvorsorge und werden durch die aktualisierte Arbeitsweise besser auf die Untersuchung vorbereitet.”  

Regionales Engagement : Initiative “Gesundes Gießen” 

Fotocredit: Norgine

Auch regional will Norgine dazu beitragen, über Darmkrebs aufzuklären und Aufmerksamkeit zu schaffen: Die Gesundheitsinitiative “Gesundes Gießen”, die Norgine zusammen mit Projektpartnern forciert, richtet sich an Unternehmen aus der Region und vor allen Dingen an die Beschäftigten dieser Unternehmen. Der Startschuss dazu fiel im April 2021 in einer virtuellen Kick-Off Veranstaltung. Mitarbeiter der Norgine GmbH  hatten zuvor ein Paket mit allen wichtigen Informationen und Materialien erhalten und wurden in der Veranstaltung über den Verlauf des Projekts informiert. “Ebenso wichtig wie die Gesundheit unserer Patienten sind mir auch die Menschen, mit denen ich jeden Tag zusammenarbeiten darf. Ihre Gesundheit steht bei uns an erster Stelle”, erläutert Dr. Michael Lange, Vice President Global General Manager, ehemals Geschäftsführer der Norgine GmbH im Podcast “Healthcare Pioneers”.   

In einem Zeitraum von sechs Wochen konnten Beschäftigte von Norgine eine Stuhlprobe an ein Labor senden, bevor die Ergebnisse nach der Auswertung entweder an Norgines Betriebsärztin oder an den jeweiligen Hausarzt übermittelt wurden. An der Informationsveranstaltung im April nahmen 100 Personen teil und sendeten insgesamt 44 Stuhltests zur Auswertung. Norgine erhielt am Ende der Testphase eine anonymisierte Stuhltest-Auswertung der Beschäftigten. “Uns war es wichtig, einen vertrauensvollen Raum zu schaffen, da nur so die Teilnahme und der Erfolg des Projekts ermöglicht wurde”, erläutert André Jungcurt, Head of Market Access bei Norgine. Einer der 44 Tests wurde positiv ausgewertet. Die betroffene Person konnte mit einer Darmspiegelung klären, warum der Test positiv ausfiel und ob möglicherweise Darmkrebs oder eine andere Erkrankung im Darm verantwortlich für das Ergebnis ist. 

“Insgesamt freuen wir uns, dass nur ein positiver Test dabei war und die Mehrheit unserer Kolleginnen und Kollegen auf Basis der Testergebnisse keine Anzeichen für eine Darmkrebserkrankung aufweisen. Wir sind also sehr zufrieden mit der Teilnahmerate”, so Jungcurt.

Bürger sensibilisieren – Awareness schaffen 

Die wahrscheinlich größte Herausforderungen der Darmkrebsaufklärung ist die Art der Informationsvermittlung. Denkbar wäre das laut Prof. Dr. Riemann zum Beispiel über Social Media: “Es muss gelingen, vor allem über soziale Medien wie YouTube, Facebook und Instagram Menschen zu erreichen. Informationen sollten daher nicht nur über Broschüren und Flyer mit schönen bunten Bildern vermittelt werden, sondern auch über digitale Medien.” Auch Ulrike Beilenhoff sieht im Bereich Social Media eine Chance, mehr Awareness für Darmkrebs zu schaffen: “Es muss mehr auf Social-Media-Kanälen gemacht werden, um die jüngeren Generationen der Patienten zu erreichen und um die jungen Generationen des Personals noch besser schulen zu können.” Besonders bei den familiären Darmkrebsformen sieht Beilenhoff großen Informationsbedarf: “Die rechtzeitige Vorsorge garantiert die Gesundheit der Familienmitglieder. Hier müssen Angehörige erreicht und motiviert werden, an der Vorsorge teilzunehmen, damit mögliche Erkrankungen in der Familie frühzeitig erkannt und Frühformen rechtzeitig entfernt werden können. Die Darmkrebsvorsorge muss genauso selbstverständlich wahrgenommen werden wie die gynäkologische Vorsorge.”

Als pharmazeutisches Unternehmen in der Region Gießen, nutzt Norgine auch regionale Veranstaltungen, um über Darmkrebs und die Darmkrebsprävention zu informieren. Seit 2018 ist Norgine Sponsoringpartner der JobStairs GIESSEN 46ers. Im März 2022 war Norgine beispielsweise Sponsor of the Day beim Spiel zwischen dem Gießener Traditionsverein und den EWE Baskets Oldenburg. Das Spiel wurde genutzt, um die Zuschauer über Darmkrebs und die Darmkrebsvorsorge aufzuklären. In der Vergangenheit wurden auch gemeinsam Videos gedreht, die Awareness für Darmkrebs und die Prävention schaffen sollten. “Die Expertise, die wir in den vergangenen Jahren im Bereich der Darmkrebsfrüherkennung und -vorsorge aufgebaut haben, möchten wir teilen und so möglichst viele Menschen erreichen”, erläutert Jungcurt. Denn ein wichtiger Punkt sollte laut Dr. Lange nicht vergessen werden: “Gerade in Zeiten in denen Corona das Krankheitsgeschehen der öffentlichen Wahrnehmung bestimmt, dürfen wir die Prävention, die Diagnostik und die Therapie anderer, wichtiger Erkrankungen nicht aus den Augen verlieren. Gemeinsam können wir den Darmkrebs besiegen!”



Firmenporträt

Norgine GmbH

Norgine ist ein führendes europäisches Spezialpharmaunternehmen mit über 100 Jahren Geschichte und Präsenz in allen großen europäischen Märkten sowie in Australien.
Die deutsche Niederlassung mit ca. 120 Mitarbeitern im Innen- und Außendienst hat ihren Hauptsitz in Wettenberg im Landkreis Gießen. 

Quelle: Norgine GmbH

Kreiskrankenhaus Alsfeld erneut als lokales Traumazentrum zertifiziert- zum vierten Mal in Folge

Kreiskrankenhaus Alsfeld bleibt weiterhin Teil des Traumanetzwerks Mittelhessen

Schnelle Hilfe für Schwer- und Schwerstverletzte ist die Kernaufgabe der Unfallchirurgie und Orthopädie. Die deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat deutschlandweit Traumanetzwerke gebildet, um die Versorgung auf höchstem Niveau zu halten.
Das Kreiskrankenhaus des Vogelsbergkreises in Alsfeld (KKA) ist Teil des Traumanetzwerks Mittelhessen und wurde erneut als lokales TraumaZentrum DGU® zertifiziert.

Foto: Shutterstock

„Die Anforderungen an die Versorgung von Schwerstverletzten sind im Weißbuch der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie festgeschrieben. Kliniken im Traumanetzwerk stellen sich regelmäßig den Fragen der unabhängigen Prüfer, um die Qualität der Unfallmedizin unter Beweis zu stellen“ beschreibt Swenja Roth, Qualitätsmanagementbeauftragte am KKA, das Prozedere. Die strukturellen Gegebenheiten zur Versorgung eines Polytraumas wie die 24-Stunden-Bereitschaft von CT und Röntgen, die Vorhaltung spezieller Notfallinstrumente und der Zugriff auf eine Blutbank stünden dabei im Blickpunkt. Eine besondere Rolle spielen die personelle Besetzung rund um die Uhr mit Fachärzten und Fachpflegekräften, aber auch räumliche, medizintechnische und organisatorische Ausstattungen. Faktoren, die besonders Auditor Simon Veith positiv bewertet, denn der Schockraum im KKA sei „räumlich sehr komfortabel und umfangreich ausgestattet“. Kernpunkte der Zertifizierung sind, dass Kliniken im Netzwerk nachweislich durch Telemedizin, regelmäßige Qualitätstreffen und regionale Fortbildungsveranstaltungen miteinander partnerschaftlich verbunden sind und kooperieren.

Der Chefarzt für Unfallchirurgie Dr. Arno Kneip, der die fachlichen und inhaltlichen Strukturen des Traumazentrums verantwortet, freut sich über die erfolgreiche Re-Zertifizierung und dankt allen Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag daran arbeiten. Denn das KKA sei bereits seit der Gründung des Traumanetzwerkes Mittelhessen eingebunden und wurde nun zum vierten Mal in Folge zum lokalen Traumazentrum nach DGU® zertifiziert.

„Die qualitativ hochwertige Traumaversorgung im ländlichen Raum wird dadurch nicht nur in den Schwerpunkt-Kliniken, sondern auch in den Häusern der Grund- und Regelversorgung wie im KKH Alsfeld sichergestellt. Auch wir sind ein wichtiger Bestandteil im Netzwerk und sichern eine qualitativ hochwertige Unfallmedizin. Die bei uns versorgten Patienten entlasten die Unikliniken, die so ausreichend Kapazitäten für komplexe Schwerstverletzte bekommen“, ergänzt Geschäftsführer Volker Röhrig.