Wie entwickelt sich der Life Science Standort Mittelhessen?

Der VDI Mittelhessen und das Regionalmanagement Mittelhessen laden am 20. März 2025 auf die High-Tech Messe W3+ Fair in Wetzlar ein. Diskutieren Sie mit, über die Bedeutung der Schlüsselbranche Life Science für den Standort.

Das vollständige Programm und Anmeldung finden Sie hier.

Healthcare-Storys
Die VDI-Initiative „Zukunft Deutschland 2050“ hat mit der Gesundheitsindustrie eine Schlüsselbranche für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands identifiziert. Am 20. März laden wir zusammen mit dem VDI Mittelhessen zum Vortragsprogramm mit Diskussionsrunde und anschließendem Get-together ein auf der W3+ Fair 2025 in Wetzlar ein.
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Prof. Dr. Bernhard Schieffer leitet das Forschungsprojekt „PROGRESS“ zur Etablierung neuer Wege in der Behandlung von PostCOVID. Foto: Thomas Stoll
Eine COVID-Infektion heilt in 90 Prozent der Fälle folgenlos ab, doch für rund 20 Millionen Menschen in Europa hat die Viruserkrankung nach WHO-Angaben gravierende Folgen: das postCOVID Syndrom.
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Dr. Maik Wolfram-Schauerte erhält den renommierten Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis 2025 für seine herausragende Forschung im Bereich Biochemie. Seine Arbeit bietet neue Erkenntnisse zur Phagen-Wirts-Interaktion und eröffnet damit neue Wege in der synthetischen Biologie und dem Einsatz von Phagen zur Überwindung von Antibiotika-Resistenzen.
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Krebs, Virusinfektionen und psychische Erkrankungen – das sind einige der bedeutenden medizinischen Herausforderungen, denen sich die aktuellen Forschungsprojekte der Von Behring-Röntgen-Stiftung widmen. Bereits zum 18. Mal fördert die Medizinstiftung innovative Forschungsvorhaben an der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen. Über insgesamt 1,6 Millionen Euro für zehn Projekte können sich die
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Dr. Yuri Simeonov, Doktorand der Technischen Hochschule Mittelhessen, hat für seine Dissertation gleich zwei renommierte Preise erhalten: den Behnken-Berger-Preis, Deutschlands höchste Auszeichnung für Nachwuchsforschende in der medizinischen Physik, sowie den Christoph-Schmelzer-Preis des Vereins zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen. Beide Ehrungen unterstreichen die bahnbrechende Bedeutung seiner Arbeit für die
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Ein Bild von Prof.-Dr.-Katharina-Hoefer-und-Dr.-Johannes-Rebelein
Prof. Dr. Katharina Höfer und Dr. Johannes Rebelein, beide Forschende am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und an der Philipps-Universität Marburg, wurden von der renommierten europäischen Wissenschaftsorganisation European Molecular Biology Organization (EMBO) als „Young Investigators“ ausgezeichnet.
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Life Science – Zukunftschance für Mittelhessen

20. März 2025 | 11:30-15:00 Uhr | W3+ FAIR | Buderus Arena Wetzlar

Bildung, Forschung, Wirtschaft: In Mittelhessen betreiben zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen Spitzenforschung. Zugleich entwickeln und produzieren hier international erfolgreiche Healthcare- und LifeScience-Unternehmen wichtige Medizinprodukte und Medikamente.

Die VDI-Initiative Zukunft Deutschland 2050 hat mit der Gesundheitsindustrie eine Schlüsselbranche für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands identifiziert. Am 2. Messetag der W3+ Fair 2025 in Wetzlar laden wir zusammen mit dem VDI Mittelhessen zum Vortragsprogramm mit Diskussionsrunde und anschließendem Get-together ein.

Programm

11:30 Uhr | Treffpunkt Foyer | Start der Führung
„Medizintechnik & LifeScience“ mit Prof. Dr. Volker Groß, Technische Hochschule Mittelhessen Fachbereich Gesundheit 

12:45 Uhr | Treffpunkt en-tech.Stage und Begrüßung

13:00 Uhr | VDI Initiative Zukunft 2050 – Fokusthema Gesundheit
Dr.-Ing. Wolfgang Zientz, Vorsitzender VDI Landesverband Hessen

13:15 Uhr | Zukunftsperspektiven für die Pharmaindustrie: Ingenieure als Enabler für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
Dr. Johannes Krämer | Global Head of Maintenance & Utilities Excellence and Facilities and Asset Management at CSL Behring GmbH, Marburg

13:30 Uhr | tbd
Michael Oer | R&D Director, Abbott Diagnostic Business

13:45Uhr | tbd
Prof. Dr. Boris Keil | Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich Life Science Engineering

14:00 Uhr | Life Science Mittelhessen: Wo Wissen Werte schafft
Christian Piterek | Regionalmanagement Mittelhessen

14:15 Uhr | Podiumsdiskussion
Moderation: Katja Schaber-Mohr | VDI Landesverband Hessen

Im Anschluss Get-together und Zeit für einen persönlichen Messerundgang.

Anmeldung auf W3 FAIR/CONVENTION. Bitte melden Sie sich vorab an, um den Gutscheincode für das kostenfreie Messeticket zu erhalten: piterek(at)mittelhessen.org

Über die W3+ Fair

Am 19. und 20. März 2025 findet die W3 Fair in Wetzlar statt. Die W3 Fair ist eine Industriemesse + Konferenz mit Schwerpunkt Optik, Photonik, Elektronik und Fein-Mechanik mit mehr als 200 teilnehmenden Unternehmen und rund 1.900 Fachbesuchern. Forscher, Entwickler und Produzenten aus den vier Schlüsseltechnologien vernetzen sich untereinander und treffen auf internationale Experten aus wichtigen Anwendungsgebieten wie Digitalisierung, MedTech, Life Science, Automotive, Aerospace, Consumer Electronics und Tools & Machinery.

Neue Zuversicht für Menschen mit Long-Covid

Prof. Dr. Bernhard Schieffer leitet das Forschungsprojekt „PROGRESS“ zur Etablierung neuer Wege in der Behandlung von PostCOVID. Foto: Thomas Stoll

Marburger Universitätsmedizin erforscht neue Versorgungsstruktur für Patienten mit Corona-Spätfolgen
Eine COVID-Infektion heilt in 90 Prozent der Fälle folgenlos ab, doch für rund 20 Millionen Menschen in Europa hat die Viruserkrankung nach WHO-Angaben gravierende Folgen: das postCOVID Syndrom. PostCOVID bedeutet erhebliche Einschränkungen der Lebensqualität,
und Gesundheit bis hin zur Berufsunfähigkeit mit fatalen wirtschaftlichen Folgen für eine Vielzahl von Betroffenen und betroffen sind auch heute noch jede Neu- und Reinfektion mit einer Wahrscheinlichkeit von 6-8% aller Infektionen. Mitten in der Pandemie hat deshalb die Kardiologie am Universitätsklinikum Marburg mit Unterstützung des UKGM eine  Spezialsprechstunde ins Leben gerufen und sich der Versorgung dieser Patienten gewidmet. Daraus ist ein neues Forschungsprojekt der Marburger Universitätsmedizin erwachsen, das die regionale Versorgungsstruktur für Diagnostik und Therapie von PostCOVID standardisieren soll. Digital-basiert und barrierefrei werden passende Angebote für die Menschen in Hessen geschaffen. Dafür hat Projektleiter Prof. Dr. Bernhard Schieffer 3,8 Millionen Euro Fördermittel des Bundesministeriums für Gesundheit eingeworben.

Dr. Gunther K. Weiß, Vorsitzender der Geschäftsführung des UKGM, dankt Herrn Prof. Schieffer für sein großes Engagement für diese besonders betroffenen Patientinnen und Patienten. „Bereits während der COVID-Pandemie hat sich gezeigt, dass es unter den vielen
an den Universitätskliniken in Gießen und Marburg behandelten COVID-Patienten eine Gruppe gab, die deutlich schwerer von den der Infektion betroffen war. Deshalb haben wir schon damals eigene Mittel in erheblichem Umfang dafür eingesetzt, die Post-COVIDAmbulanz von Prof. Schieffer aufzubauen. Die jetzige Förderung ist daher Ansporn, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.“ Der Universitätspräsident Prof. Dr. Thomas Nauss ergänzte, dass „die Förderzusage ein weiterer Beleg ist für die profilbildende, herausragende Kombination von Spitzenforschung und Patientenversorgung der Marburger Universitätsmedizin, die Maßstäbe setzt bei der
Erforschung von Infektionskrankheiten und der Entwicklung von Therapiegrundlagen“.

Prof. Dr. Bernhard Schieffer leitet das Forschungsprojekt „PROGRESS“ zur Etablierung neuer Wege in der Behandlung von PostCOVID. Foto: Thomas Stoll
Prof. Dr. Bernhard Schieffer leitet das Forschungsprojekt „PROGRESS“ zur Etablierung neuer Wege in der Behandlung von PostCOVID. Foto: Thomas Stoll

In den COVID-Ambulanzen des Marburger Universitätsklinikums warten aktuell rund 3.000 Patienten bis zu ein Jahr lang auf einen Termin. Namhafte Forscherinnen und Forscher des Fachbereichs Medizin der Philipps-Universität Marburg und des Universitätsklinikums
Marburg (UKGM) arbeiten im Projekt PROGRESS (Regional Support Services for Effective Treatment and Care) gemeinsam an dem Ziel, die lange Wartezeit der Betroffenen bis zur Diagnose und dem Beginn einer Therapie zu verkürzen.

PROGRESS ist ein innovativer klinischer Algorithmus, der in das Zentrum für Postinfektiöse Syndrome (CEPIS) der Universitätsmedizin Marburg integriert wird. Mithilfe von KI-gestützter Diagnostik, individuellen Therapieplänen und standardisierter Nachsorge soll die Versorgung von Patienten schneller und effektiver gestaltet werden. Hausärzte, Fachärzte, Hochschulambulanzen und Selbsthilfegruppen unterstützen das Projekt. Prof. Schieffer betont: „Durch die Kombination von wissenschaftlicher Qualität und modernster Technologie verkürzt sich die Leidenszeit der Patienten erheblich, was sowohl Betroffenen als auch dem Gesundheitssystem zugutekommt.“

 

Dr. Maik Wolfram-Schauerte erhält den Friedrich-Hirzebruch-Promotionspreis 2025 der Studienstiftung

Wie ein Phage seinen bakteriellen Wirt bezwingt
Dr. Maik Wolfram-Schauerte erhält den renommierten Friedrich Hirzebruch-Promotionspreis
2025 für seine herausragende Forschung im Bereich Biochemie. Seine Arbeit bietet neue Erkenntnisse zur Phagen-Wirts-Interaktion und eröffnet damit neue Wege in der synthetischen Biologie und dem Einsatz von Phagen zur Überwindung von Antibiotika-Resistenzen.

Eine bahnbrechende Dissertation
Dr. Maik Wolfram-Schauerte hat mit seiner Dissertation „From RNA and its NAD-cap: Exploring T4 phage infection from an epitranscriptomic perspective“ nicht nur die Wissenschafts-Community, sondern auch die Preisjury der Deutschen Studienstiftung
beeindruckt. Seine Arbeit wurde an der Philipps-Universität Marburg und am Max-Planck- Institut für terrestrische Mikrobiologie in der Arbeitsgruppe Bacterial Epitranscriptomics unter Leitung von Prof. Dr. Katharina Höfer durchgeführt. Sein multidisziplinärer Ansatz erlaubt ein neues Verständnis darüber, wie Bakterien von Phagen (das sind spezialisierte Viren) infiziert werden. Dies ist wichtig, um neue Wege in der Behandlung bakterieller Infektionen zu gehen. „Die exzellente Betreuung und Forschungsinfrastruktur sowie die enge Zusammenarbeit der
Uni und des MPI Marburg im Bereich der Mikrobiologie waren wichtige Faktoren für meine Arbeit“, kommentiert Wolfram-Schauerte die Auszeichnung.

Die Bedeutung der Phagen-Wirt-Interaktion
Warum sind Bakteriophagen spannend? Sie haben die Fähigkeit, Bakterien zu infizieren und abzutöten. Das macht sie spannend für die Forschung, besonders für die Therapie bakterieller Infektionen. Wolfram-Schauerte nutzte ein Bündel von aktuellen Methoden wie
Bioinformatik, Mikro- und Molekularbiologie, und RNA- sowie Protein-Biochemie, um das Zusammenspiel zwischen Phagen und ihren Wirten besser zu verstehen.

Dr. Maik Wolfram-Schauerte erhält den Promotionspreis der Studienstiftung. Foto: Dominik Wolfram

Neue Wege in der synthetischen Biologie
Im Rahmen seiner Forschung identifizierte Wolfram-Schauerte die RNAylierung, eine bislang unbekannte biochemische Reaktion. Darüber hinaus konnte er erstmals eine spezifische Modifikation von Phagen-RNA nachweisen und deren Einfluss auf den Infektionsverlauf beleuchten. Diese wegweisenden Erkenntnisse könnten neue Perspektiven für die synthetische Biologie eröffnen und liefern wertvolle Einblicke in die Interaktion zwischen Phagen und ihren Wirtszellen.

Ein vielversprechendes Forschungsfeld
Die Ergebnisse von Wolfram-Schauerte sind nicht nur theoretisch bedeutend, sondern auch praktisch relevant. Sie zeigen das immense Potenzial der epitranskriptomischen Forschung für die Entwicklung neuer Therapien. Diese neuen Ansätze könnten helfen, Antibiotika- Resistenzen zu überwinden, indem alternative Therapien zum Einsatz kommen. „Maiks Arbeit stellt einen wichtigen Grundstein für die zukünftige Forschung in meiner Arbeitsgruppe dar, die ich im Rahmen meiner LOEWE-Spitzenprofessur am Institut für Pharmazeutische
Biologie und Biotechnologie der Universität Marburg vorantreibe,“ sagt Katharina Höfer über die Forschungsleistung des Ausgezeichneten.

Akademische Laufbahn und Förderung
Dr. Wolfram-Schauerte absolvierte Bachelor- und Masterstudiengänge in Molekularer Biotechnologie und Biochemie an der Universität Heidelberg. Seine Promotion machte er am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und der Universität Marburg, unterstützt von der Studienstiftung des deutschen Volkes, dem Schwerpunktprogramm SPP2330 der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Joachim Herz Stiftung. Seit Mai 2024 arbeitet er als Postdoktorand an der Universität Tübingen im Bereich maschinelles Lernen. Dabei entwickelt er Methoden, die Einzelzell- und Transkriptom-Daten verknüpfen, was neue Ansätze in der Wirkstoffforschung ermöglichen könnte.

Die Studienstiftung hebt hervor, dass Dr. Maik Wolfram-Schauerte mit seinen wegweisenden Erkenntnissen und innovativen Forschungsideen eine führende Rolle in einem aufstrebenden interdisziplinären Bereich einnimmt. Seine zukünftige Arbeit könnte entscheidend zur Entwicklung neuer Lösungen für globale gesundheitliche Herausforderungen beitragen.

1,6 Millionen Euro für medizinische Spitzenforschung in Mittelhessen

Von Behring-Röntgen-Stiftung unterstützt zehn wegweisende Forschungsprojekte in Marburg und Gießen

Krebs, Virusinfektionen und psychische Erkrankungen – das sind einige der bedeutenden medizinischen Herausforderungen, denen sich die aktuellen Forschungsprojekte der Von Behring-Röntgen-Stiftung widmen.

Bereits zum 18. Mal fördert die Medizinstiftung innovative Forschungsvorhaben an der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen. Über insgesamt 1,6 Millionen Euro für zehn Projekte können sich die Begünstigten freuen. Bei einer Feierstunde am Mittwoch, 15. Januar 2025, am Stiftungssitz im Marburger Landgrafenschloss überreichte der Stiftungsvorstand die Förderurkunden.

„Die Förderung zukunftsweisender Medizin ist entscheidend für den Fortschritt der Gesundheitsversorgung“, betonte Stiftungspräsident Dr. Lars Witteck bei der Übergabe. „Unsere Unterstützung bietet den Forschenden die Möglichkeit, bahnbrechende Lösungen zu entwickeln, die langfristig das Leben von Millionen Menschen verbessern können. Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zu dieser wichtigen Aufgabe zu leisten.“

Im Januar 2025 starten die acht vielversprechenden Einzelprojekte von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern sowie die beiden Gemeinschaftsprojekte von Forschenden beider Medizinstandorte.

Die Forschungsvorhaben wurden von einem hochkarätigen Wissenschaftlichen Beirat aus 50 eingereichten Vorschlägen der aktuellen Förderrunde der Von Behring-Röntgen-Stiftung ausgewählt. Maximal drei Jahre haben die Projektleiterinnen und -leiter Zeit, um ihre ambitionierten Ziele zu verwirklichen.

Quelle: Von Behring-Röntgen-Stiftung

Die geförderten Projekte im Detail:

Ebolavirus-Studie
Das Ebolavirus gehört zu den gefährlichsten Viren, mit einer Sterblichkeitsrate von 40–60 %. Die jüngsten Ausbrüche in afrikanischen Ländern haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell sich Ebolavirus und andere ähnliche Viren (Filoviren) ausbreiten und schwere Epidemien verursachen können, die sowohl soziale als auch wirtschaftliche Schäden anrichten. Um künftig besser auf solche Ausbrüche reagieren zu können, ist es entscheidend, die genauen Mechanismen der Virusvermehrung und die Wechselwirkungen zwischen dem Virus und den Zellen des menschlichen Körpers zu verstehen. Nur so können gezielte Angriffspunkte für die Entwicklung von antiviralen Medikamenten gefunden werden. In ihrem Forschungsprojekt untersucht die Virologin Dr. Nadine Biedenkopf (Marburg), welche Rolle die Methylierung – ein chemischer Prozess – des viralen Nukleoproteins NP bei der Vermehrung des Ebolavirus spielt. Zudem erforscht sie, welche Proteine in den Wirtszellen an diesem Prozess beteiligt sind. Ihr Ziel ist es, neue Erkenntnisse gewinnen, die zur Entwicklung von wirksamen Therapien gegen das Virus beitragen können. Das Projekt wird mit 190.200 Euro gefördert.

COPD-Forschung
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) gehört weltweit zu den häufigsten Krankheits- und Todesursachen und stellt eine erhebliche sozioökonomische Belastung dar. Sie wird vor allem durch Luftverschmutzung und Zigarettenrauchen ausgelöst. Ein zentrales Merkmal der Erkrankung ist eine starke Entzündungsreaktion in der Lunge, die durch erhöhten oxidativen Stress verstärkt wird. Dieser entsteht, weil die körpereigenen Schutzmechanismen, die eigentlich schädliche Substanzen neutralisieren, bei COPD nicht richtig funktionieren.

Dr. Cheng-Yu Wu (Gießen) analysiert, wie diese geschwächten antioxidativen Abwehrmechanismen zur Entzündung und zum Fortschreiten der COPD beitragen. In seiner Forschung kombiniert er Grundlagenwissenschaften, präklinische Modelle und klinische Daten, um die Zusammenhänge zwischen oxidativem Stress und Entzündungsprozessen besser zu verstehen. Ziel seiner Arbeit ist es, neue therapeutische Ansätze zu entwickeln, die sowohl die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern als auch personalisierte Behandlungsstrategien für COPD ermöglichen. Das Projekt wird mit 116.600 Euro gefördert.

Antivirale Immunbarrieren
Viren, die über die Atemwege oder durch Moskitos und Zecken übertragen werden, können schwere Erkrankungen auslösen und Epidemien verursachen. Prof. Dr. Janis Müller (Marburg) untersucht, welche Immunbarrieren diese Viren überwinden müssen, um neue Ansätze zur Eindämmung ihrer Ausbreitung zu entwickeln. Im Fokus seines Projekts stehen sogenannte extrazelluläre Vesikel (EVs) – kleine, körpereigene Bläschen, die von Zellen abgeschnürt werden und in Körperflüssigkeiten vorkommen. Diese Vesikel haben antivirale Eigenschaften und können vor Infektionen schützen. Prof. Dr. Müller und seine Arbeitsgruppe untersuchen, wie sich die antivirale Wirkung von EVs gegen Viren wie Zika und Gelbfieber zwischen menschlichen Zellen und den Zellen von Moskitos unterscheidet. Zudem wird erforscht, ob und wie EVs Schutz gegen das hochpathogene Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus bieten können, das sich in Europa ausbreitet, sowie gegen Atemwegsviren wie Influenza und RSV (Respiratorisches Synzytialvirus). Das Projekt wird mit 199.980 Euro gefördert.

Psychische Erkrankungen
Psychische Erkrankungen wie Depressionen, bipolare Störungen und Schizophrenie betreffen Millionen von Menschen in Europa. Sie treten häufig erstmalig im jungen Erwachsenenalter auf und verlaufen oft in unvorhersehbaren Episoden, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können. Das Forschungsprojekt von Dr. Frederike Stein  (Marburg) untersucht, welche Faktoren und Mechanismen den Verlauf dieser Erkrankungen beeinflussen. Mithilfe von Daten aus klinischen Untersuchungen, Smartphone-Analysen und bildgebenden Verfahren sollen Krankheitsmuster identifiziert und zukünftig vorhergesagt werden. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen psychische Erkrankungen früher zu erkennen und gezielter zu behandeln. Dr. Stein erhält 100.000 Euro für die Durchführung ihres Forschungsvorhabens.

Darmanastomosen-Heilung
Bei rund 7 % der Darmoperationen kommt es zu Komplikationen durch schlecht heilende Darmanastomosen (Anastomoseninsuffizienzen). Eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Komplikationen spielen Immunzellen, insbesondere Makrophagen. Hohe Kohlenstoffdioxid-Werte CO2 und niedrige Sauerstoffwerte beeinflussen, wie Makrophagen auf Entzündungen reagieren und somit auch die Heilung der Darmanastomosen. Während der Mechanismus, wie Makrophagen auf Sauerstoff reagieren, gut erforscht ist, weiß man noch wenig darüber, wie sie auf Kohlenstoffdioxid reagieren und sich daran anpassen. In seinem Projekt will Privatdozent Dr. Moritz Strowitzki (Gießen) untersuchen, ob unterschiedliche Kohlenstoffdioxid- und Sauerstoff-Bedingungen das Gewebe um die Darmanastomosen beeinflussen und ob bestimmte Veränderungen in den Zellen des Darmgewebes Hinweise auf das Risiko von Komplikationen geben können. Hierzu werden Gewebebiopsien von nicht heilenden und gesunden Dickdarmanastomosen untersucht. Dabei kommen moderne Analysemethoden zum Einsatz, die es ermöglichen, das Gewebe auf molekularer Ebene genau zu betrachten und die Ergebnisse mit dem Verlauf der Erkrankung der Patienten zu vergleichen. Das mit 70.450 Euro geförderte Forschungsvorhaben soll neue Erkenntnisse darüber liefern, wie Kohlenstoffdioxid die Funktion von Makrophagen im Gewebe beeinflusst und ob Kohlenstoffdioxid-abhängige Signalwege die Heilung von Darmanastomosen fördern oder behindern.

Parkinson-Behandlung
Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine etablierte Behandlungsmethode im fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Krankheit. Dabei werden Elektroden in zentrale Bereiche des Gehirns implantiert, um diese mit elektrischen Impulsen zu stimulieren Während die THS bei vielen Patientinnen und Patienten deutliche Verbesserungen bringt, zeigen sich erhebliche Unterschiede in den Behandlungsergebnissen. Aktuelle Studien deuten darauf hin, dass diese Variabilität auf die Stimulation unterschiedlicher neuronaler Netzwerke zurückzuführen ist. Dr. Philipp Löhrer (Marburg) will durch die Kombination von Bildgebung und computergestütztem Modellieren jene neuronalen Netzwerke identifizieren, deren Stimulation mit einer Minderung spezifischer neuropsychiatrischer Symptome wie Angst, Depression oder Impulsivität in Verbindung steht. Dies könnte dazu beitragen, die Platzierung und postoperative Einstellung der Stimulation individuell auf das Symptomprofil der Patientinnen und Patienten abzustimmen und so eine personalisierte THS-Therapie zu ermöglichen. Das Projekt wird mit 200.000 Euro unterstützt.

Viroporine und Ionenkanäle
Einige Proteine von Coronaviren, sogenannte Viroporine, beeinflussen Ionenkanäle in Wirtszellen. Ihre genauen Funktionen sind jedoch noch nicht vollständig verstanden. Um die Auswirkungen von Coronavirus-Infektionen auf Organe besser zu verstehen, ist es wichtig, die Interaktionen zwischen viralen und wirtszellulären Ionenkanälen zu untersuchen. Das Projekt von Dr. Aparna Renigunta (Marburg) und Prof. Dr. John Ziebuhr (Gießen) konzentriert sich auf die Auswirkungen von Viroporinen auf Ionenkanäle in Zellen von Lungen- und Nierengewebe, die bei einer Coronavirus-Infektion beeinträchtigt werden. In ihrem mit 146.647 Euro geförderten Gemeinschaftsprojekt wollen sie herausfinden, wie diese Viren die Ionenkanäle in diesen Geweben beeinflussen. Da etwa 19 % aller von der FDA zugelassenen Medikamente Ionenkanalmodulatoren sind, könnte diese Forschung neue Ansätze für die Behandlung von Coronavirus-Infektionen aufzeigen. Insbesondere könnten bereits zugelassene Ionenkanalmodulatoren als sichere Therapien für die Behandlung von Coronavirus-Infektionen genutzt werden.

Schizophrenie-Mechanismen
Patientinnen und Patienten mit Schizophrenie leiden häufig unter auditorischen Halluzinationen und haben Schwierigkeiten, zwischen eigenen Handlungen und denen anderer zu unterscheiden. In ihrem Kooperationsprojekt möchten Prof. Dr. Bianca van Kemenade (Gießen) und Dr. Yifei He (Marburg) die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Symptome untersuchen. Hierzu setzen sie eine Kombination aus multivariaten Analysen neuronaler Daten sowie verhaltensbasierten und neuronalen Modellierungsstrategien ein. Das Ziel ist es, tiefere Einblicke in die krankheitsbedingten Prozesse zu gewinnen und neue Ansätze für eine verbesserte Behandlung der Schizophrenie zu entwickeln. Das Gemeinschaftsprojekt wird mit 199.288 Euro gefördert.

Kachexie bei Krebs
Etwa 80 % der Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium leiden an Kachexie, einem schweren Gewichtsverlust, bei dem Tumorzellen den Stoffwechsel gesunder Zellen des Patienten verändern. Diese Krebserkrankung beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern verringert auch die Erfolgsaussichten einer Therapie. Jeder vierte Krebspatient stirbt direkt an den Folgen der Kachexie. Trotz dieser enormen Belastung existieren derzeit keine spezifischen Therapiemöglichkeiten. In ihrem Projekt erforscht Dr. Katja Rust (Marburg) mithilfe eines Tumormodells in der Fruchtfliege sowohl die Entstehung von Tumoren als auch die Ursachen der Kachexie. Zusätzlich erforscht sie mögliche therapeutische Ansätze zur Behandlung der Kachexie. Das Forschungsvorhaben wird mit 185.610 Euro unterstützt.

KI in der Tumordiagnostik
Künstliche Intelligenz hat großes Potenzial, Muster in medizinischen Daten zu erkennen, die dem menschlichen Auge entgehen. Im ihrem Projekt nutzen Dr. Daniel Amsel (Gießen) und seine Arbeitsgruppe KI, um digitalisierte Tumorbilder von Hirnhauttumoren (Whole Slide Images; WSIs) zu analysieren und in molekulargenetische distinkte, klinisch relevante Subgruppen einzuteilen – etwas, das mit dem Mikroskop nicht möglich ist. Das Projekt basiert auf einem Datensatz von 180 verschiedenen Hirnhauttumoren, die in sieben deutschen Laboren bearbeitet und digitalisiert werden. Mit über 5.400 WSIs soll der KI ein „Crashkurs“ in Tumordiagnostik gegeben werden. Ein innovativer Teil des Projekts ist der Einsatz eines sogenannten Disentangled Latentspace Autoencoders. Diese Technik ermöglicht es, Störeinflüsse wie Unterschiede zwischen Laboren und Scannern zu ignorieren und sich ausschließlich auf die Tumormorphologie zu konzentrieren. Das funktioniert ähnlich wie die Unterscheidung zwischen dem Malstil eines Künstlers und dem Bildmotiv. Dadurch werden nicht nur vorhandene Daten standortübergreifend für die klinische Anwendung besser nutzbar, sondern es können auch neue Labor-Scanner-Kombinationen erzeugt werden, was besonders für die Qualitätssicherung und Schulung wichtig ist. Das Projekt wird mit 199.210 Euro gefördert.

Dissertation von Yuri Simeonov doppelt ausgezeichnet

Dr. Yuri Simeonov, Doktorand der Technischen Hochschule Mittelhessen, hat für seine Dissertation gleich zwei renommierte Preise erhalten: den Behnken-Berger-Preis, Deutschlands höchste Auszeichnung für Nachwuchsforschende in der medizinischen Physik, sowie den Christoph-Schmelzer-Preis des Vereins zur Förderung der Tumortherapie mit schweren Ionen. Beide Ehrungen unterstreichen die bahnbrechende Bedeutung seiner Arbeit für die Weiterentwicklung der Partikeltherapie bei der Behandlung von Tumoren.

Simeonov promovierte in Kooperation mit der Philipps-Universität Marburg mit dem Prädikat magna cum laude. Seine Dissertation mit dem Titel „Development, manufacturing and validation of patient-specific 3D range-modulators for the very fast irradiation of moving tumours in particle therapy“ widmet sich einem grundlegenden Problem der Partikeltherapie: der präzisen und schnellen Bestrahlung beweglicher Tumoren, wie sie beispielsweise in der Lunge auftreten.

Die derzeit gängige Methode in der Protonen- und Ionentherapie, das sogenannte Rasterscan-Verfahren, ermöglicht eine hochpräzise Bestrahlung, ist jedoch bei bewegten Tumoren weniger effektiv. Die kontinuierliche Bewegung der Lunge führt dabei oft zu Unterdosierungen im Tumor oder zu Überdosierungen im gesunden Gewebe. Zwar gibt es technische Lösungen, diese Problematik auszugleichen, sie führen jedoch zu erheblich verlängerten Behandlungszeiten von bis zu zehn Minuten.

Innovativer Ansatz: 3D-Reichweitenmodulator

Dr. Simeonov hat einen neuartigen 3D-Reichweitenmodulator entwickelt, der die Bestrahlungstechnik revolutionieren könnte. Dieses Gerät besteht aus zahlreichen pinartigen Strukturen, die individuell auf die Form des Tumors angepasst werden. Es wird in den Strahlengang eingesetzt und ermöglicht eine gleichmäßige Dosisverteilung im Tumor mit nur einer einzigen Energie. Damit können Behandlungszeiten von wenigen Sekunden – und potenziell sogar Millisekunden – erreicht werden, ohne Kompromisse bei der Qualität der Behandlung einzugehen.

Dieser innovative Ansatz brachte Simeonov den Behnken-Berger-Preis ein, der auf dem European Congress of Medical Physics in München verliehen wurde. Die Auszeichnung ist in diesem Jahr mit 9000 Euro dotiert und würdigt herausragende Leistungen in den Bereichen Strahlenschutz, Strahlentherapie und radiologische Anwendungen physikalischer Methoden.

Internationale Aufmerksamkeit und weitere Ehrung

„Der Behnken-Berger-Preis bestärkt mich in unserer Forschungsarbeit und in der Suche nach neuen Lösungen zur Verbesserung der Patientenbehandlung“, sagte Dr. Simeonov. Besonders freue es ihn, dass weltweit führende Unternehmen seine Methode aufgreifen und derzeit in tierischen Studien testen.

Zusätzlich wurde Dr. Simeonov der Christoph-Schmelzer-Preis verliehen, der für exzellente Forschungsansätze in der Tumortherapie mit schweren Ionen steht. Diese Auszeichnung, die mit einer kleineren Geldsumme verbunden ist, genießt in der Fachwelt hohe Reputation und unterstreicht die Bedeutung von Simeonovs Arbeit.

Betreut wurde die Dissertation von Prof. Dr. Klemens Zink von der THM und Prof. Dr. Rita Engenhart-Cabillic von der Philipps-Universität Marburg. Am Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz der THM forscht Simeonov weiter an der Optimierung der Partikeltherapie. Seine Erfolge könnten die Behandlungszeiten und -ergebnisse für Patienten mit beweglichen Tumoren grundlegend verbessern.

Marburger Max-Planck-Forschende in Nachwuchsnetzwerk europäischer Spitzenforschung aufgenommen

Ein Bild von Prof.-Dr.-Katharina-Hoefer-und-Dr.-Johannes-Rebelein

Prof. Dr. Katharina Höfer und Dr. Johannes Rebelein, beide Forscher am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie (MPI-TM) und an der Philipps-Universität Marburg, wurden von der renommierten europäischen Wissenschaftsorganisation European Molecular Biology Organization (EMBO) als „Young Investigators“ ausgezeichnet. Zusammen mit 27 weiteren Wissenschaftlern aus ganz Europa erhalten sie für die kommenden vier Jahre finanzielle Unterstützung sowie Zugang zu Mentoring- und Ausbildungsprogrammen, die ihre wissenschaftliche Karriere weiter fördern sollen.

Die Ernennung zum „EMBO Young Investigator“ ist eine bedeutende Auszeichnung für Höfer und Rebelein, die mit ihren innovativen Forschungsansätzen zu wichtigen biologischen Prozessen maßgeblich zur Weiterentwicklung der Mikrobiologie und Biotechnologie beitragen. Die beiden Marburger Forscher konnten sich mit ihren Arbeiten in den Bereichen RNA-Modifikation und Nitrogenase-Forschung als herausragende Wissenschaftler profilieren.

Ein Bild von Prof.-Dr.-Katharina-Hoefer-und-Dr.-Johannes-Rebelein

Forschung zu neuen RNA-Bausteinen bei Bakterien

Prof. Dr. Katharina Höfer und ihr Team widmen sich der Erforschung neuartiger RNA-Bausteine in Bakterien, die von Viren, sogenannten Bakteriophagen, infiziert werden. Kürzlich entdeckten sie eine unbekannte enzymatische Reaktion, die RNAs mit Proteinen verknüpft. „Die Infektion von Bakterien mit Bakteriophagen führt zu völlig neuen Biomolekülen, die bisher noch nicht beschrieben wurden. Wir untersuchen derzeit die Funktion dieser RNAylierung, um ihre Bedeutung für verschiedene Organismen – auch den Menschen – zu verstehen“, erklärt Höfer.

Ein langfristiges Ziel ihrer Forschung ist es, RNAylierung als neue Methode zur Kontrolle mikrobieller Prozesse zu etablieren und daraus neuartige RNA-basierte Therapeutika zu entwickeln. Besonders betont Höfer die Bedeutung der internationalen Vernetzung durch das EMBO-Programm: „Dank des EMBO-Netzwerks können wir unsere Forschung ausweiten und interdisziplinäre Kooperationen an der Universität Marburg weiter vorantreiben, insbesondere im Rahmen des Zentrums für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) und des geplanten Exzellenzclusters Microbes-4-Clima (M4C).“

Innovationen in der Stickstoff- und CO2-Fixierung

Dr. Johannes Rebelein erforscht mit seinem Team die Nitrogenase, ein Enzym, das den atmosphärischen Stickstoff in eine für das Leben verwertbare Form umwandelt. „Die Nitrogenase ist einzigartig, da sie den Stickstoff für Pflanzen nutzbar macht. Aber unsere Forschung geht noch weiter: Wir haben gezeigt, dass Nitrogenasen auch CO2 in wertvolle Kohlenwasserstoffe umwandeln können. Dies eröffnet neue Perspektiven für nachhaltige biotechnologische Prozesse, die zur CO2-Fixierung und Produktion von Grundchemikalien beitragen könnten“, erklärt Rebelein.

Durch seine Forschung hofft Rebelein, einen bedeutenden Beitrag zur grünen Kreislaufwirtschaft zu leisten und die Nitrogenase-Technologie für industrielle Anwendungen weiterzuentwickeln. „Das EMBO Young Investigator Programm gibt uns die Möglichkeit, unser Wissen in synthetischer Biologie zu vertiefen und die Mechanismen der Nitrogenase weiter zu entschlüsseln“, so Rebelein.

EMBO Young Investigator Programm

Das EMBO Young Investigator Programm fördert exzellente Nachwuchswissenschaftler, die seit weniger als vier Jahren eine eigene Forschungsgruppe leiten und herausragende wissenschaftliche Leistungen vorweisen können. Die Programmpartner erhalten eine finanzielle Unterstützung von bis zu 15.000 Euro im zweiten Jahr ihrer Tätigkeit sowie die Möglichkeit, sich um weitere Zuschüsse von bis zu 10.000 Euro jährlich zu bewerben. Zudem profitieren sie von Schulungen und dem Zugang zu den zentralen Einrichtungen des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL).

Mit ihrer Auswahl zum „EMBO Young Investigator“ haben Höfer und Rebelein nicht nur eine herausragende Anerkennung ihrer bisherigen Leistungen erfahren, sondern auch die Möglichkeit, ihre Forschung in einem internationalen Netzwerk weiter auszubauen und neue wissenschaftliche Kontakte zu knüpfen.